Mehr gemeinsame Zeit statt Bildschirm-Zeit
veröffentlicht am 04.08.2026
Die Sommerferien sind der ideale Zeitpunkt, um digitale Gewohnheiten gemeinsam zu überdenken.
Ob auf Reisen oder zu Hause: In den Ferien verbringen Familien meist mehr Zeit miteinander und der gewohnte Schul- und Arbeitsalltag fällt weg. Das bietet eine gute Gelegenheit, den eigenen Medienkonsum bewusst zu hinterfragen und öfter auf Smartphone, Tablet oder Laptop zu verzichten. Anregungen dafür bietet die Initiative SCHAU HIN! des deutschen Bildungsministeriums, des ZDF und der AOK-Gesundheitskasse. Sie zeigt, wie mit einfachen Regeln und gemeinsamen Aktivitäten ein bewussterer Umgang mit digitalen Medien gelingen kann.
Was bedeutet Digital Detox?
Der bewusste Verzicht auf digitale Geräte für eine gewisse Zeit wird als „Digital Detox“ bezeichnet. Ziel ist es nicht, diese komplett zu verbannen, sondern den eigenen Medienkonsum bewusster zu gestalten. So bleibt mehr Zeit für Erholung, Bewegung und gemeinsame Erlebnisse. Gerade Kinder brauchen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Online- und Offline-Zeit, um einen gesunden Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln.
Warum Pausen vom Smartphone guttun
Zu viel Bildschirmzeit kann Kinder aber auch Erwachsene belasten. Da Smartphone & Co. oftmals ganz automatisch genutzt werden, bieten bewusste Medienpausen viele Vorteile:
- Mehr Konzentration: Wer nicht ständig zwischen Chats, Videos und Spielen wechselt, kann sich besser auf Hausaufgaben, Bücher oder andere Aufgaben konzentrieren. Deshalb ist es sinnvoll, Smartphones und andere Geräte beim Lernen möglichst außer Reichweite zu legen.
- Erholung für das Gehirn: Ohne permanente Benachrichtigungen und neue Inhalte bekommt das Gehirn die nötigen Pausen, um Eindrücke zu verarbeiten. Solche Ruhephasen fördern Erholung und helfen dabei, neue Energie zu tanken.
- Weniger Stress: Das Gefühl, jederzeit erreichbar sein und sofort auf Nachrichten reagieren zu müssen, kann belasten. Bewusst vereinbarte Offline-Zeiten schaffen Freiräume und sorgen für mehr Entspannung im Alltag.
- Besserer Schlaf: Vor allem am Abend können Smartphones und Tablets das Ein- und Durchschlafen erschweren. Medienfreie Zeit vor dem Schlafengehen hilft Kindern und Erwachsenen, leichter zur Ruhe zu kommen.
- Gemeinsame Erlebnisse bewusster genießen: Wer das Smartphone öfter zur Seite legt, ist stärker im Hier und Jetzt. Gespräche, Spiele oder Ausflüge werden dadurch oft aufmerksamer und intensiver erlebt.
- Mehr Raum für Kreativität: Ohne Bildschirm bleibt mehr Zeit für Bewegung, Basteln, Lesen oder Spielen. Auch Langeweile ist wichtig, da sie die Fantasie anregt und dazu führt, neue Ideen zu entwickeln.
So gelingt Digital Detox als Familie
Digitale Pausen funktionieren am besten, wenn sie nicht als Verbot, sondern als gemeinsames Familienprojekt verstanden werden. Besprechen Sie gemeinsam, welche Regeln im Alltag sinnvoll sind.
Hilfreich sind zum Beispiel:
- feste medienfreie Zeiten, etwa beim Frühstück oder vor dem Schlafengehen,
- handyfreie Orte wie Esstisch oder Schlafzimmer,
- ausgeschaltete Benachrichtigungen, um Ablenkungen zu reduzieren,
- ein handyfreier Nachmittag oder ein gemeinsames Wochenende ohne Smartphone.
Wichtig ist, mit kleinen Schritten zu beginnen. Regeln, die gemeinsam vereinbart werden, werden meist eher befolgt als Vorschriften.
Hier gelangen Sie zum gesamten Artikel von SCHAU HIN!
Tipps für einen bewussten Umgang mit digitalen Medien bei Babys und Kleinkindern bietet unsere Broschüre „Bildschirmfrei von Null bis Drei!“.