Bahnfahren in Österreich: Mehr Nachfrage, aber weiterhin Verbesserungsbedarf
veröffentlicht am 24.09.2026
Der VCÖ-Bahntest zeigt: Immer mehr Menschen in Österreich nutzen die Bahn, zugleich gibt es Kritik an Ausfällen, Pünktlichkeit und Verbindungen.
Die Bahn wird in Österreich zunehmend genutzt. Beim VCÖ-Bahntest 2026 gaben 29 % der Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten häufiger mit dem Zug gefahren zu sein als zuvor. 64 % nutzten die Bahn gleich häufig, 7 % seltener. Besonders deutlich ist die Zunahme in den Bundesländern entlang der Koralmbahn: 37 % der Kärntner:innen und 32 % der Steirer:innen waren häufiger mit der Bahn unterwegs.
Bessere Reisebedingungen und mehr Verbindungen gefragt
Gleichzeitig berichten viele mit der Bahn Fahrende von Problemen. 45 % erlebten im vergangenen Jahr mehr Zugausfälle und Störungen als zuvor. 38 % stellten eine schlechtere Abstimmung von Bus und Bahn fest, 32 % berichteten von mehr Verspätungen. Insgesamt sind 35 % mit der Pünktlichkeit des Bahnverkehrs nicht zufrieden. Regional zeigen sich Unterschiede: In Niederösterreich ist die Zufriedenheit mit Pünktlichkeit und Ablauf der Bahnfahrten am niedrigsten, in Salzburg am höchsten.
Auch beim Angebot sehen Fahrgäste Verbesserungsbedarf. Ein Fünftel wünscht sich mehr Verbindungen im Nah- und Regionalverkehr, drei von zehn Personen mehr Direktverbindungen zu europäischen Metropolen. 37 % wünschen Verbesserungen bei der Suche und Buchung internationaler Bahnreisen.
Bahn statt Auto: Klimaticket, Reisezeit und Kosten als wichtige Faktoren
Der VCÖ-Bahntest zeigt außerdem, dass die Bahn für viele eine Alternative zum Auto darstellt: 61 % der Befragten fahren heute Strecken mit der Bahn, die sie früher mit dem Auto zurückgelegt haben. Als wichtige Gründe für den Umstieg wurden vor allem der Erwerb eines Klimatickets (70 %), die Möglichkeit, die Reisezeit im Zug zu nutzen (54 %), die Kosten des Autofahrens (48 %) und Verbesserungen beim Bahnangebot (39 %) genannt.
Als wichtigste Voraussetzungen, damit noch mehr Autofahrten durch die Bahn ersetzt werden könnten, wurden eine kürzere Gesamtreisezeit und häufigere Verbindungen, insbesondere am Tagesrand sowie an Sonn- und Feiertagen, genannt.
Umgekehrt können Verschlechterungen des Bahnangebots dazu führen, dass Fahrten wieder mit dem Auto zurückgelegt werden. 5 % fahren heute viele, weitere 20 % zumindest manche Strecken mit dem Auto, die sie früher mit der Bahn gefahren sind. Regional ist dieser Anteil unterschiedlich hoch: In Niederösterreich gaben 27 % der Befragten an von der Bahn aufs Autofahren umgestiegen zu sein, in Kärnten waren es 17 %.
Als Gründe werden neben der besseren Verfügbarkeit eines Autos vor allem ein schlechteres Bahnangebot, längere Reisezeiten sowie Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit genannt.
Am VCÖ-Bahntest 2026 nahmen 11.257 Fahrgäste in den Zügen von neun Bahnunternehmen teil (Außerfernbahn – DB Regio, Graz Köflacher Bahn, Mariazellerbahn, ÖBB, Raaberbahn, Salzburger Lokalbahn, Steiermarkbahn, WESTbahn, Zillertalbahn). Befragungszeitraum: Mai und Juni 2026.