Vorsicht beim Tierkauf aus dem Ausland: Aktueller Tollwutfall in Deutschland zeigt Risiken auf
veröffentlicht am 20.02.2026
Ein aktueller Tollwutfall in Deutschland hat erneut gezeigt, wie wichtig Aufmerksamkeit und Vorsicht beim Umgang mit Tieren, insbesondere aus dem Ausland, sind.
Auch wenn Österreich seit vielen Jahren als tollwutfrei gilt, kann die gefährliche Viruskrankheit jederzeit wieder eingeschleppt werden. Besonders problematisch ist dabei der illegale Welpenhandel sowie der unkontrollierte Import von Hunden und Katzen aus Ländern mit unzureichender tierärztlicher Versorgung.
Was ist Tollwut und warum ist sie so gefährlich?
Tollwut ist eine tödlich verlaufende Viruserkrankung, die sowohl Tiere als auch Menschen betrifft. Sie wird meist durch Bissverletzungen oder Speichelkontakt übertragen. Sobald Symptome auftreten, ist die Krankheit fast immer tödlich. Eine Heilung gibt es nicht, nur eine rechtzeitige Schutzimpfung kann Leben retten.
Tiere aus dem Ausland: Ein besonderes Risiko
Immer wieder werden Hunde und Katzen aus dem Ausland nach Österreich gebracht – teils aus Mitleid, teils über Online-Inserate oder vermeintliche „Tierschutzorganisationen“. Doch genau hier lauern Risiken:
- Tiere sind zu jung, um bereits gültig gegen Tollwut geimpft zu sein
- Impfungen sind gefälscht oder unvollständig dokumentiert
- Herkunft und Gesundheitszustand sind nicht nachvollziehbar
- Tiere stammen aus illegaler Massenzucht oder aus Regionen mit aktiver Tollwut
Besonders problematisch: Tollwut kann eine lange Inkubationszeit haben. Ein Tier kann gesund wirken, obwohl es bereits infiziert ist.
Illegaler Welpenhandel: Ein ernstzunehmendes Problem
Der illegale Handel mit Welpen ist kein Randphänomen. Jährlich werden tausende Tiere unter grausamen Bedingungen quer durch Europa transportiert: oft krank, ungeimpft und viel zu früh von der Mutter getrennt.
Eine umfassende Aufklärung zu diesem Thema bietet die Plattform http://www.illegalerwelpenhandel.at/
Dort finden Konsument:innen wichtige Informationen, Warnzeichen und Hilfestellungen, um unseriöse Angebote zu erkennen.
Worauf Konsument:innen unbedingt achten sollten
Wer ein Tier aufnehmen möchte – egal ob Kauf oder Adoption – sollte besonders aufmerksam sein:
Warnsignale bei unseriösen Anbietern
- Übergabe auf Parkplätzen oder Raststätten
- Kein Besuch des Herkunftsortes möglich
- Tiere ohne Muttertier
- Fehlender oder offensichtlich gefälschter EU-Heimtierausweis
- Druck, schnell zu kaufen („letzter Welpe“, „dringende Abgabe“)
Seriöse Zucht oder seriösen Tierschutz erkennt man an:
- Transparenter Herkunftsnachweis
- Vollständige und überprüfbare Impfungen
- Mindestalter von 15–16 Wochen bei Auslandstieren
- Möglichkeit, Fragen zu stellen und den Aufenthaltsort zu besuchen
- Schriftliche Verträge und Nachbetreuung
- Zusammenarbeit mit Tierärzt:innen
Seriöse Tierschutzorganisationen legen großen Wert auf Tierwohl, Gesundheitsvorsorge und rechtliche Vorgaben und nicht auf schnelle Vermittlungen um jeden Preis.
Verantwortung schützt Mensch und Tier
Der aktuelle Tollwutfall in Deutschland macht deutlich: Tollwut ist keine vergangene Gefahr. Jede unüberlegte Tieraufnahme kann nicht nur das Tier selbst, sondern auch Menschen in Gefahr bringen. Wer Tiere liebt, schützt sie und sich durch verantwortungsvolle Entscheidungen.
Informieren Sie sich gründlich, hinterfragen Sie Angebote kritisch und melden Sie verdächtige Tierverkäufe. Seriöser Tierschutz rettet Leben, illegaler Handel gefährdet sie.
Weitere Informationen finden Sie unter:
Verbrauchergesundheit - Tollwut - Krankheit -Schutz - Vorsorge
Broschüre "Augen auf beim Hundekauf!"
BAVG - Einreise und Wiedereinreise von Heimtieren aus Drittstaaten