Kleine Helfer mit großer Wirkung
veröffentlicht am 20.05.2026
Warum Bienen unverzichtbar sind
„Fleißig wie eine Biene“ – dieser Spruch ist uns allen bekannt. Doch was steckt hinter dieser Redensart? Tatsächlich ist sie mehr als nur ein Kompliment für besonders eifrige Menschen, denn sie beschreibt die Arbeit der Bienen sehr treffend. Bienen sind äußerst fleißige und unermüdliche Arbeiterinnen, die täglich ihren Beitrag leisten, nicht nur in ihren Bienenstöcken, sondern auch bei der Bestäubung von Pflanzen, die für unsere Ernährung unverzichtbar sind. Trotz ihres unablässigen Einsatzes ist das Überleben der Bienen zunehmend gefährdet.
Der 20. Mai, der Weltbienentag, ist ein wichtiger Anlass, um auf diese Bedrohungen aufmerksam zu machen und das Bewusstsein dafür zu stärken, wie wichtig der Schutz der Gesundheit der Bienen ist.
Die Bedeutung der Bienen für unsere Landwirtschaft
Bienen sind Nutztiere, auch wenn sie keine Produkte wie Milch oder Fleisch liefern. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Bestäubung – ein Prozess, der für den Fortbestand vieler Pflanzenarten und damit für die Nahrungsmittelproduktion unerlässlich ist. Etwa ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion hängt direkt oder indirekt von der Bestäubung durch Insekten ab, wobei Bienen die wichtigsten Bestäuber sind.
Sie sorgen dafür, dass Obstsorten wie Äpfel, Kirschen und Beeren sowie Gemüsesorten wie Zucchini und Tomaten gedeihen. Doch Bienen bestäuben nicht nur Nutzpflanzen, sondern auch zahlreiche Wildpflanzen, die eine wichtige Grundlage für die biologische Vielfalt und stabile Ökosysteme bilden.
Neben der Honigbiene spielen auch Wildbienen eine unverzichtbare Rolle. In Österreich gibt es rund 696 Wildbienenarten, die ebenfalls für die Bestäubung vieler Pflanzen verantwortlich sind. Besonders in ländlichen und städtischen Gebieten übernehmen sie eine wichtige Funktion, da sie auf ungestörte Lebensräume angewiesen sind, die nicht immer von Honigbienen genutzt werden.
Gefahren für die Bienen: Pestizide, Klimawandel und invasive Schädlinge
Bienen sind nicht nur durch den intensiven Einsatz von Pestiziden bedroht, sondern auch durch zahlreiche weitere Gefahren, die ihre Lebensräume und Gesundheit zunehmend beeinträchtigen. Ein zentrales Problem ist der Klimawandel, der die Lebensbedingungen der Bienen drastisch verändert. Durch steigende Temperaturen verschieben sich Blütezeiten und Nahrungsangebote, sodass Bienen zu früh oder zu spät auf Nahrungssuche gehen.
Auch extreme Wetterereignisse wie lange Dürreperioden oder unerwartete Kälteeinbrüche können das Überleben der Bienen gefährden. Eine weitere Bedrohung stellen invasive Schädlinge und Krankheiten dar, deren Verbreitung durch den Klimawandel begünstigt wird. Dazu zählen unter anderem die Asiatische Hornisse, die Tropilaelapsmilbe und der Kleine Bienenbeutenkäfer. Zudem stellt die Varroamilbe seit langem eine ernsthafte Herausforderung für die österreichische Imkerei dar und ist für zahlreiche Völkerverluste verantwortlich.
Was können wir für die Bienen tun?
Trotz der Herausforderungen, mit denen Bienen konfrontiert sind, gibt es viele Möglichkeiten, aktiv zu ihrem Schutz beizutragen. Sowohl Honig- als auch Wildbienen leiden zunehmend unter dem Einsatz von Pestiziden – insbesondere von Neonicotinoiden, aber auch von Herbiziden. Während Pestizide die Insekten direkt schädigen, führen Herbizide dazu, dass viele Wildblumen verschwinden und damit auch wichtige Nahrungsquellen wie Pollen und Nektar.
Garten- und Balkonbesitzer können einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie auf den Einsatz chemischer Substanzen verzichten, naturnahe Strukturen wie Unterholz und offene Sandflächen erhalten und blütenreiche Pflanzen anbauen. Diese Strukturen dienen Wildbienen als Nistplätze und Rückzugsorte.
Heimische Pflanzen wie Lavendel, Sonnenblumen, Kornblumen und Thymian bieten nicht nur Nahrung, sondern schaffen auch einen geeigneten Lebensraum für Bienen. Ebenso trägt der Kauf von Honig aus österreichischen Imkereien dazu bei, bienenfreundliche Praktiken zu unterstützen.
Auch Wasser ist entscheidend: Besonders an heißen Tagen benötigen Bienen Zugang zu Trinkstellen. Eine flache Schale mit Wasser, in die größere Steine gelegt werden, ermöglicht es den Insekten, zu trinken, ohne zu ertrinken. Darüber hinaus kann ein Wildbienenhotel – ob selbst gebaut oder gekauft – den Tieren einen sicheren Unterschlupf in unserer modernen Landschaft bieten.
Fazit
Bienen sind nicht nur „fleißig“, sondern auch unverzichtbar für das ökologische Gleichgewicht und die Lebensmittelproduktion. Der Weltbienentag sollte uns daran erinnern, wie wichtig es ist, diese kleinen Helfer zu schützen. Indem wir Wissen über die Bedeutung der Bienen weitergeben und andere auf ihre wichtige Rolle aufmerksam machen, leisten wir einen Beitrag zum Erhalt dieser wertvollen Insekten.
Mit einfachen Maßnahmen kann jeder Garten- und Balkonbesitzer dazu beitragen, die Lebensbedingungen für Bienen deutlich zu verbessern – für eine bunte und summende Umwelt.
Weitere Infos zu Bienen und Bienenkrankheiten finden Sie unter KVG