JIMplus-Studie 2026: Social Media zwischen Inspiration und Belastung

veröffentlicht am 15.09.2026

Jugendliche erleben soziale Medien als wichtigen Teil ihres Alltags. Zugleich berichten viele von Ablenkung, Konzentrationsproblemen und belastenden Inhalten.

Nach den Ergebnissen der JIMplus-Studie 2026 sind für 82 % der Jugendlichen in Deutschland soziale Medien eine wichtige Quelle für Wissen und Informationen, 50 % geben an sich dort wohl zu fühlen. Gleichzeitig berichten 72 %, dass Social Media sie von Dingen ablenkt, die sie eigentlich erledigen sollten. 55 % fehlt dadurch Zeit für Erholung und Freizeit, 40 % bemerken eine schlechtere Konzentrationsfähigkeit.

Besonders Mädchen berichten häufiger von Vergleichsdruck und einem unguten Gefühl mit dem eigenen Körper.

Problematische Inhalte gehören zum digitalen Alltag

Viele Jugendliche kommen mit problematischen Inhalten in Kontakt. Am häufigsten begegnen ihnen Fake News, extremistische Inhalte und Hate Speech. Als besonders belastend werden unter anderem ungewollte Nacktbilder, Mobbing und drastische Gewaltdarstellungen wahrgenommen. TikTok wird dabei besonders häufig mit problematischen Inhalten in Verbindung gebracht, wäre aber auf Platz 2 der Plattformen, die Jugendliche am stärksten vermissen würden.

Die meisten Jugendlichen scrollen bei problematischen Beiträgen einfach weiter. Nur rund ein Viertel meldet bedenkliche Inhalte an die Plattform. Was sich außerdem zeigt: Jugendliche, die mit bestimmten problematischen Inhalten konfrontiert sind, weisen tendenziell ein geringeres persönliches Wohlbefinden auf.

Jugendliche sehen die Risiken, nutzen Social Media aber trotzdem

Jugendliche nehmen die Schattenseiten sozialer Medien durchaus wahr, nutzen diese aber dennoch. Dieses differenzierte Bild zeigt sich auch beim Thema Altersgrenzen: Mehr als die Hälfte steht einem Verbot für jüngere Nutzer skeptisch gegenüber, vor allem weil Zweifel an dessen Wirksamkeit bestehen. Gleichzeitig befürworten 43 % ein Mindestalter für die Nutzung sozialer Medien. Die Mehrheit der Jugendlichen würde rückblickend sogar ein höheres Einstiegsalter empfehlen, als sie selbst bei ihrer ersten Nutzung hatten. 47 % geben an, Generationen zu beneiden, die ohne Social Media aufgewachsen sind.

Alle Details zu den Ergebnissen der Studie finden Sie hier.


Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs), einer Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), der Medienanstalt Rheinland-Pfalz und des Südwestrundfunks (SWR) seit 1998 jährlich durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Mit der JIMplus-Studie 2026 legt der mpfs eine ergänzende Sonderstudie zum digitalen Wohlbefinden von 14- bis 17-Jährigen vor.

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