„Finanzbildung im Klassenzimmer“ im Podcast „Richtig & Falsch“

veröffentlicht am 29.07.2026

Drei Expert:innen sprechen über die Grenzen individueller Finanzkompetenz und erläutern, warum wirtschaftliche Bildung immer auch politische und gesellschaftliche Fragen behandeln sollte.

Der „Podcast für politische Bildung“ widmet sich in seiner jüngsten Ausgabe dem Thema „Finanzbildung im Klassenzimmer“. Zu Wort kommen

  • Isabel Baldreich (Dachverband der Schuldenberatungen Österreichs)
  • Heidrun Edlinger (Institut für Geographie und Regionalforschung, Lehramtsausbildung für Lehrer:innen der Geographie und wirtschaftlichen Bildung, Universität Wien)
  • Christian Fridrich (Hochschulprofessor für Geographische und Sozioökonomische Bildung, Universität Wien, PH Wien, Universität Graz)
  • Vinzent Hilbrand (Referent für Wirtschaftsbildung, AK Wien)

Finanzbildung im gesellschaftlichen Kontext

Die Gesprächspartner:innen fordern ein breites Verständnis von Wirtschafts- und Finanzbildung. Schüler:innen sollten wirtschaftliche Zusammenhänge im Zusammenspiel mit Politik, Gesellschaft und Umwelt verstehen und erkennen, dass wirtschaftliche Entscheidungen immer auch von politischen Rahmenbedingungen beeinflusst werden. Themen wie Altersvorsorge, Vermögensverteilung oder Sozialstaat müssten deshalb nicht nur aus individueller, sondern auch aus gesellschaftlicher Perspektive behandelt werden.

Kontroverse Perspektiven im Unterricht

Als Grundlage für den Unterricht verweisen sie auf den Beutelsbacher Konsens, der besagt, dass kontrovers diskutierte Fragen auch im Klassenzimmer kontrovers behandelt werden sollten. Dementsprechend sei das Ziel nicht, eine bestimmte wirtschaftspolitische Position zu vermitteln, sondern Schüler:innen in die Lage zu versetzen, unterschiedliche Sichtweisen zu verstehen und sich ein eigenes Urteil zu bilden.

Finanzwissen mit Grenzen

Ein Fazit der Expert:innen lautet, dass Finanzbildung eine wichtige Grundlage für finanzielle Alltagsentscheidungen schaffe, finanzielle Sicherheit jedoch nicht allein von individuellem Wissen abhänge. Ebenso entscheidend seien soziale Herkunft, Einkommen und politische Rahmenbedingungen. Schulen sollten deshalb sowohl praktische Finanzkompetenzen vermitteln als auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge verständlich machen.

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