Was vor Abschluss eines Vertrags zu überlegen ist

Aufgrund der bestehenden Tarifvielfalt ist es oft nicht einfach, das beste Angebot zu finden. Zunächst sollten Sie dafür Ihr Nutzungsverhalten analysieren und entscheiden, ob ein Vertrag oder ein Wertkartentarif für Sie passend ist.

Hilfreich sind dabei der Handy-Tarifrechner oder der Festnetz- und VOIP-Rechner (VOIP = Telefonieren über das Internet) der Bundesarbeitskammer. Diese Rechner schlagen den - Ihrem spezifischen Nutzungsverhalten entsprechend - günstigsten Tarif vor. Die Rechner sind unter http://handy.arbeiterkammer.at abrufbar.


Vergleichen Sie genau

Vor allem bei auf den ersten Blick besonders günstigen Angeboten ist Vorsicht geboten. Oft sind zusätzliche Preisbestandteile wie etwa „Aktivierungsentgelt", „Sim-Pauschale" oder „Servicepauschale" zunächst nicht leicht ersichtlich.

Ein vermeintlich tolles Angebot kann bei genauem Überlegen dann doch recht teuer sein. Dies trifft beispielsweise auf Angebote für die neuesten Smartphones um € 0,- zu‚ wenn bei langen Bindungsfristen (Mindestvertragsdauer) zugleich monatlich ein hohes Grundentgelt zu zahlen ist. Oft ist es günstiger, wenn Sie ein vertragsfreies Handy kaufen und dazu einen günstigen Tarif wählen, der für Ihr spezielles Nutzungsverhalten passend ist.


Netzqualität prüfen

Bei der Wahl der Betreiberfirma ist abgesehen vom Preis natürlich auf die Qualität zu achten.

Die Netzabdeckung in der Wohn- bzw. Arbeitsgegend spielt eine wichtige Rolle. Die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (in der Folge RTR) stellt für mobiles Internet ein nützliches Tool zur Verfügung: Unter www.netztest.at können Sie die Netzqualität testen. Es werden auch Hinweise gegeben, wie die Qualität des eigenen Anschlusses verbessert werden kann. Oft lohnt es sich, dieses Tool vor der Wahl eines Betreibers zu nutzen.


Die Taktung

Die meisten Tarife werden nicht sekundengenau abgerechnet, sondern mit einer bestimmten „Taktung". Die für Ihren Vertrag gültige Taktung finden Sie z.B. in den Entgeltbestimmungen.

Bei mobiler Telefonie ist heute meist die 60/60-Taktung zu finden (bei Festnetztelefonie oder bei der Nutzung teurer Mehrwertdienste werden zum Teil kürzere Taktungsintervalle angewandt). 60/60 bedeutet, dass für jede angefangene Minute die ganze Minute verrechnet wird. Günstiger wäre z.B. eine Taktung 60/30, wie sie früher sehr verbreitet war. Bei 60/30 wird für den Beginn eines Telefonates immer eine Minute verrechnet; wird länger als 1 Minute telefoniert, wird in 30-Sekundenschritten abgerechnet.

Mein Gesprächsnachweis

Es ist wichtig, Rechnungen genau zu kontrollieren. Allen Kunden und Kundinnen steht dafür ein kostenloser Einzelentgeltnachweis (EEN) zur Verfügung.

Im Einzelentgeltnachweis werden alle innerhalb einer Abrechnungsperiode geführten Telefonate bzw. Internetsitzungen getrennt und detailliert aufgelistet. Er informiert Nutzer und Nutzerinnen über Beginn und Ende eines entgeltlichen Gesprächs bzw. einer Internetnutzung, über die Dauer einzelner Verbindungen sowie über deren jeweilige Kosten.

Meist ist der EEN auf der Webseite des Telekombetreibers mit einem individuellen Code abrufbar. Er kann jedoch auch in Papierform verlangt werden, wofür nichts extra verrechnet werden darf.

Rechnung elektronisch oder in Papierform?

Seit Dezember 2018 können Betreiber die elektronische Rechnung als vertraglichen Standard vorsehen. Konsumentinnen und Konsumenten haben aber das Recht, sowohl bei Vertragsabschluss als auch bei während der gesamten Laufzeit des Vertrages die Rechnung in Papierform zu verlangen. Dabei können Sie die Papierrechnung für die gesamte zukünftige Vertragslaufzeit oder aber auch nur für einzelne Abrechnungszeiträume wählen. Für die Rechnung in Papierform darf kein zusätzliches Entgelt verrechnet werden.

Die Rechnung wird in der Regel monatlich versandt. Oft erfolgt die Bezahlung automatisch durch Abbuchung vom Bankkonto. Die Rechnung sollte immer überprüft werden. Informationen dazu, wie bei einer unklaren Rechnung vorgegangen werden sollte, finden Sie im Kapitel „Bei der Rechnung stimmt was nicht!".

Geschäftsbedingungen und Entgeltbestimmungen

Sind die grundsätzlichen Entscheidungen getroffen und kommt es zum Vertragsabschluss, ist zu beachten, dass auch Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) und Entgeltbestimmungen (EB) zum Vertragsinhalt werden. In diesen finden sich relevante Regelungen zur Kündigung, zu Einmalentgelten und vieles mehr.

TIPP!
Lesen Sie das Vertragsformblatt und die Geschäftsbedingungen und vor allem auch die Entgeltbestimmungen vor Vertragsabschluss in Ruhe durch. Verlangen Sie diese im Geschäft oder rufen Sie sie im Internet ab. Bewahren Sie die geltenden Bedingungen gemeinsam mit dem Vertrag auf.

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