Welche sozialen Medien nutzen Jugendliche 2022?

veröffentlicht am 21.03.2022

Der Jugend-Internet-Monitor erhebt jährlich das Nutzungsverhalten der Jugendlichen

verschiedene social media icons, © wikimedia.org
Saferinternet.at hat auch 2022 erhoben, welche Internetplattformen bei den 11-17-jährigen am   beliebtesten sind. WhatsApp (96 Prozent), YouTube (95 Prozent) und Instagram (81 Prozent) sind weiterhin an der Spitze,  Discord und TikTok haben stark zugelegt. Interessant ist auch, dass es deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede in der Nutzung gibt. Während TikTok und Pinterest mehr von Mädchen genutzt werden, gilt für Discord und Twitch das Gegenteil. Nähere Informationen finden Sie hier Jugend Internet Monitor - saferinternet.at

So können Sie mit Kindern Schritt halten

Die beliebtesten, oben genannten Medien kennen Sie sicher schon, verwenden Sie sie ja vielleicht längst selbst. Aber immer wieder kommen Neue dazu, von denen Sie möglicherweise (noch) gar nichts gehört haben?

Wenn Sie Kinder haben oder beruflich viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, werden Sie laufend mit neuen Plattformen, Gaming-Portalen und Medien konfrontiert. Saferinternet informiert auf einer eigenen Webpage Was ist...? - saferinternet.at  über aktuelle Netzwerke und Spiele - wir haben die wichtigsten zusammengefasst und angemerkt, was Sie beachten sollten. 

Twitch

Bei Twitch handelt es sich um ein Streaming-Portal – also eine Online-Plattform, auf der Videos live übertragen werden. Besonders beliebt ist Twitch bei Gamer:innen: in 

sogenannten „Let’s Plays“ spielen sie vor Online- Publikum oder schauen anderen Spieler:innen beim Spielen zu.

Daneben gibt es aber auch Streams zu vielen anderen Themen, die in kleiner oder großer Runde eine Live-Interaktion mit dem Publikum ermöglichen: von großen Live-Shows bis hin zu „Reaction Streams“, in denen „Creators“ auf verschiedene Inhalte reagieren.

Warum ist Twitch so beliebt?

Die große Nähe zur Community, das Gefühl live dabei zu sein und mit Gleichgesinnten direkt in Kontakt zu treten macht Twitch attraktiv.

Altersbeschränkung?

Laut den allgemeinen Geschäftsbedingungen ist Twitch erst ab einem Mindestalter von 13 Jahren erlaubt, allerdings ist für das bloße Anschauen von Streams keine Anmeldung erforderlich.

Zum Chatten oder um selbst zu streamen muss man sich mit Altersangabe registrieren, kontrolliert werden die Angaben nicht.

Risiken bei der Nutzung?

Wie alle Online-Plattformen birgt auch Twitch gewisse Gefahren, über die Eltern mit ihren Kindern offen sprechen sollten.

  • Versteckte Werbung durch Influencer-Marketing,
  • Unerwünschte Kontaktaufnahme: wie auf anderen Plattformen ist die Gefahr von sexueller Belästigung, Cyber-Mobbing, Bedrohung oder Erpressung gegeben. Hier hilft ein offenes Gespräch mit Ihrem Kind bzw. gibt es auch technische Einstellungen die hilfreich sein können.
  • Problematische Inhalte: Da die Videos live übertragen werden, kann Twitch diese nicht im Vorhinein überprüfen. Die Richtlinie verbietet jedenfalls Gewalt, sexuelle Inhalte, hasserfülltes und anderes extremes Verhalten,
  • Kostenpflichtige Angebote: das Anschauen der Streams ist kostenlos, aber durch Abonnements und Bits bzw. Cheers - eine Art Spende – können erhebliche Kosten entstehen.

Roblox

Roblox ist eine der beliebtesten Spieleplattformen für Kinder. Auf dieser Online-Spieleplattform können die Nutzer:innen nicht nur spielen, sondern selbst 3D-Welt entwerfen und darin neue Spiele entwickeln.

Wieso ist Roblox bei Kindern beliebt?

Laut Roblox kann man derzeit aus mehr als 50 Millionen Spielen auswählen, die sich mit unterschiedlichsten Themen auseinandersetzten. Kinder können ihre eigenen Spielideen umsetzen und sich kreativ betätigen.

 Außerdem ist Roblox ein Soziales Netzwerk, d.h. man kann mit anderen in Kontakt treten, sich  austauschen, gemeinsam Spiele spielen oder neue entwickeln.

Altersbeschränkung?

Für Roblox gibt es keine Altersbeschränkung. Sind die Nutzer:innen jünger als 18 Jahre, müssten die Eltern jedoch der Konto-Erstellung zustimmen, überprüft wird das jedoch nicht.

Risiken bei der Nutzung?

  • Problematische Inhalte: gerade die Vielfalt birgt auch ein Risiko, denn die vielen Spiele werden nur unzureichend von den Betreiber:innen überprüft.
  • Unerwünschte Kontakte: sind wie auch bei anderen großen Online-Communities möglich. Allerdings wird bei Kindern unter 13 Jahren automatisch ein sicherer Chat aktiviert, bei dem zahlreiche Moderator:innen und eigene Algorithmen filtern.
  • Kostenpflichtige Inhalte und Funktionen: Roblox ist prinzipiell kostenlos. Es gibt aber auch die spielinterne Währung Robux, die mit echtem Geld gekauft werde muss. 

Steam

Steam ist die weltweit größte Plattform für Spieler:innen, die Nutzer:innen können mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten und gemeinsam spielen.

Außerdem wird ein Forum und ein Chat angeboten, um sich auszutauschen sowie ein Marktplatz, um Spielgegenstände anzubieten und zu kaufen.

Wieso ist Steam bei Jugendlichen beliebt?

Derzeit werden auf der Plattform mehr als 30.000 Spiele angeboten, mehr als eine Milliarde aktive Nutzer:innen sind angemeldet. Jugendliche können daher ganz einfach Gleichgesinnte finden, mit denen sie sich über ihre Lieblingsspiele austauschen können.

Altersbeschränkung?

Kinder und Jugendliche können die Altersfreigabe leicht umgehen Obwohl manche Spiele erst ab 18 Jahren freigegeben sind, werden die Angaben nicht geprüft. 

Risiken bei der Nutzung?

  • Problematische Inhalte: auf Steam gibt es kaum Regelungen, welche Spiele hochgeladen werden dürfen und welche nicht. Dadurch können Jugendlichen leicht auf ungeeignete Seiten kommen.
  • Unerwünschte Kontakte: die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche sexuell belästigt, gemobbt, bedroht oder erpresst werden, ist auf Steam nicht höher als auf anderen Plattformen.
  • Vorsicht vor kostenpflichtigen Angeboten: auf Steam gibt es zahlreiche kostenlose, aber auch kostenpflichtige Spiele, außerdem können gewisse Gegenstände in kostenlosen Spielen gekauft werden.
  • Betrug über Steam: die große Community macht Steam auch zu einem beliebten Ziel für Betrüger:innen. So werden zum Beispiel Steam-Konten gestohlen, in Fake-Shops locken BetrügerInnen mit günstigen Game-Keys oder beliebten Gegenständen.
  •  „Toxic Community“: Gerade bei stark wettbewerbsorientierten Spielen entwickelt sich oft ein aggressiver Umgang der verletzend sein kann. 

Auf der Seite von Saferinternet.at erfahren Sie noch, was Sie über Discord, Pinterest, TikTok, Skype, Tellonym und Pokémon Go wissen müssen. 


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