Weiterhin viele Beschwerden zu Fake-Streamingportalen

veröffentlicht am 19.01.2021

bodaflix.de, ebaflix.de, teraflix.de, nodaflix.de - Fake-Streamingportale boomen nach wie vor. Mit Angeboten zu angeblich kostenlosen Kinofilmen locken Betrüger auf gefälschte Streamingportale.

Computerbildschirm mit "Fake news" umringt von Icons wie facebook, twitter, snapchat, instagram u.a., © www.i-tecnico.pt/wp-content/uploads/2018/08/Fake-news.
Der Ablauf des Betrugs läuft im Prinzip immer gleich ab. Mit einer professionell wirkenden Webpräsenz werben die Betreiber solcher betrügerischen Streamingportale mit einem kostenlosen fünftägigen Testabo für Filme und Serien. Bei vielen der dubiosen Anbieter taucht "flix", „play“ oder "stream" im Namen auf und sind kaum von seriösen Seiten zu unterscheiden.

Für die Nutzung müssen sich Verbraucher/innen registrieren und dabei neben ihren Adressdaten eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer angeben. Gestreamt werden kann dann letztlich nichts, da entweder schon der Login nicht funktioniert oder die Filme sich nicht starten lassen. Trotzdem erhalten Verbraucher/innen nach Ablauf der Testphase eine E-Mail, in der die Kosten für ein Jahresabo in Rechnung gestellt werden. Die Kosten bewegen sich zwischen EUR 100 und 400. Wer nicht zahlt, wird mit laufenden Mahnungen unter Druck gesetzt.

Jahresbericht Internet Ombudsstelle 2019

Auch im Jahr 2019 verzeichnete die Internet Ombudsstelle mit 58% einen sehr hohen Anteil an Beschwerden zu betrügerischen oder zumindest unseriösen Online-Angeboten. Abo-Fallen und Bestellungen bei Fake-Shops oder Markenfälscher-Shops spielen dabei die größte Rolle. Über betrügerische Angebote im Finanzanlage-Bereich haben wir erst unlängst berichtet.

Der Großteil der Fälle betraf im dritten Jahr in Folge wiederum die Film-Streaming-Plattformen. Gefinkelt sind die Betreiber solcher Seiten jedenfalls: So wird der idente Website-Inhalt mit derselben Funktionalität unter ständig neuen Namen und unter ständig neuen Domains angeboten. Hinsichtlich der betrügerischen Film-Streaming-Plattformen wurden von der Watchlist Internet mittlerweile ca. 350 unterschiedliche Domains dokumentiert. Auch werden laufend neue juristische Personen als vermeintliche Betreiber der Website angegeben, um zu vermeiden, dass Konsumentinnen und Konsumenten bei Suche der Website nicht auf vergangene negative Erfahrungsberichte anderer Konsumentinnen und Konsumenten stoßen.

Nicht zahlen

Auf gar keinen Fall auf ein Schreiben reagieren und/oder Geld überweisen, rät die Watchlist Internet. Da kein gültiger Vertrag zustanden gekommen ist und in der Regel keine Leistung erbracht wird, ist die Rechnung über ein vermeintliches Jahresabonnement keinesfalls zahlen.

Die Website Watchlist Internet stellt zahlreiche Informationen zur Verfügung.               

Watchlist-Internet

Ist im Betrugsfall einmal ein Schaden entstanden, sind die Chancen das Geld zurückzubekommen leider sehr gering. Um also gar nicht erst auf Angebote dubioser Streaming-Dienste hereinzufallen, ist es sinnvoll, sich vorab zu informieren. Nutzen Sie dazu die Watchlist Internet unter https://www.watchlist-internet.at/liste-streaming-plattformen/, die jene Websites auflistet, die der Watchlist Internet im Zusammenhang mit Abo-Fallen auf Streaming-Plattformen bekannt geworden sind. Sie haben auch die Möglichkeit, weitere Websites, die nicht in der Liste sind, der Watchlist Internet zu melden.

 

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