Weichspüler - ein Produkt, über das wir reden sollten

veröffentlicht am 10.11.2020

Über mögliche unerwünschte Nebenwirkungen informieren wir Sie hier 

Stapel von Handtüchern, Lavendelzweige im Hintergrund, © alleideen.com

Wäsche soll schon lange nicht nur sauber sein, sondern auch besonders weich und duftend; das suggeriert uns jedenfalls die Werbung.

"Wie von einer Frühlingswiese strömt lang anhaltender Duft aus dem Kasten, Frischeschutz soll dafür sorgen, dass die Wäsche länger sauber bleibt, weiche Handtücher laden zum Kuscheln ein…"

Tatsächlich glätten Weichspüler die Gewebefasern, dadurch fühlen sie sich weich an und verhindern, dass sich das Kleidungsstück statisch auflädt; Duftstoffe sorgen für angenehmen Geruch. 

Was steckt dahinter?

Wie nahezu immer ist es die Chemie, die dieses Wunder vollbringt. Und Grundlage dafür sind größtenteils Rinderfett und kritische Duftstoffe. Der chemische Begriff lautet "Dihydrogenated Tallowoylethyl Hydroxyethylmonium Methosulfate" und erfasst auch andere tierische Fette. Diese Abfallprodukte, die beim Schlachten anfallen, sind günstig zu bekommen. Der Tiertalg legt sich wie ein Film um die Gewebefasern und sorgt so für das weiche Tragegefühl.

Wahrscheinlich nicht nur für Vegetarier/innen und Veganer/innen ein befremdliches Gefühl. 

Bakterien statt Frische?

Laut deutschen Verbraucherschutzverbänden können auf den vom Weichspüler verklebten Fasern Bakterien leichter wachsen. Auch in der Waschmaschine können sich Rückstände der Tierfette ablagern. Im feucht-warmen Milieu der Waschmaschine finden Mikroorganismen eine ideale Brutstätte.

Chemikalien schädigen Haut und Umwelt

Tatsächlich verschwinden so manche juckende Ausschläge, sobald auf Weichspüler und unnötige Wäscheparfums verzichtet wird. Die Haut reagiert auf die eingesetzten Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe oft mit allergischen Reaktionen, da die Weichspüler auch nach dem Spülen in den Fasern bleiben. Viele Inhaltsstoffe sollen zudem in Verdacht stehen, karzinogen, also krebserregend, zu sein. 

Weichspüler bestehen aus komplexen, synthetischen Chemikalien, die nur schwer abbaubar sind, das Abwasser belasten und der Umwelt schaden. Durch eine EU-Verordnung wurde zwar geregelt, dass die Tenside in Weichspülern vollständig biologisch abbaubar sein müssen. Aber die in Weichspülern ebenfalls enthaltenen Duftstoffe und weiteren organischen Inhaltsstoffe belasten das Abwasser weiterhin: für sie gibt es nämlich bisher keine gesetzlichen Vorgaben.

Für den eigentlichen Waschvorgang sind Weichspüler jedenfalls nicht erforderlich. Wenn Sie glauben, seine Funktionen wirklich zu benötigen, dosieren Sie Weichspüler so sparsam wie möglich, da es sich hierbei um einen zusätzlichen Eintrag von Chemikalien in die Umwelt handelt.

Schädlich für die Wäsche und Trockner

Wir haben jetzt schon viele Argumente vorgebracht, wieso auf Weichspüler besser verzichtet werden soll, aber wussten Sie, dass viele Textilien diese Zusätze gar nicht vertragen?

  • Funktionswäsche, also spezielle Sportkleidung, verliert ihre Saugfähigkeit und ihre Atmungsaktivität, wenn man sie mit Weichspüler wäscht.
  • Auch Handtücher sind nicht mehr so saugfähig. Die Weichspüler verkleben die Stofffasern, die Handtücher trocknen langsamer und Bakterien, die Gerüche bilden, entstehen.
  • Elastan, in vielen modernen Geweben enthalten, wird ebenso geschädigt, wie Unterwäsche aus synthetischen Materialien.
  • Auch Daunen, Fleece, Mikrofaser und Wolle vertragen keinen Weichspüler, weil die Fasern verkleben und die besonderen Vorzüge dieser Stoffe nicht mehr zur Geltung kommen.
  • Wäsche, die vorher mit Weichspüler gewaschen wurde, darf nicht in den Trockner - auf einigen Weichspülern wird sogar vor der Verwendung eines Trockner gewarnt!  In Weichspülern sind Silikone enthalten, die in Verbindung mit der Hitze im Trockner, die Sensoren des Gerätes verkleben können.

Kostengünstige und umweltschonende Alternativen

Der einfachste und zugleich effektivste Ersatz für Weichspüler ist weißer Haushaltsessig. Er enthärtet Wasser und löst Kalkablagerungen aus der Wäsche und der Maschine. Haben Sie keine Angst vor dem Geruch, da dieser kurz nach dem Waschen wieder verfliegt.
Auch die Säure von Zitronen oder Zitrusschalen wäre eine Alternative zum gekauften Weichspüler: Zitrusschalen in ein kleines Stoffsäckchen packen und zur Wäsche geben.

Und für den Duft gibt es noch mehr Möglichkeiten. Lavendelsäckchen verbreiten nicht nur einen angenehmen Duft, sie sind auch ein erprobtes Mottenschutzmittel. Auch die Blüten von anderen, stark riechenden Blumen können der Wäsche im Kasten einen guten Geruch verschaffen; probieren Sie doch einmal Kamille oder Rosen. Noch einfacher ist eine gut duftende Seife: da gibt es viele Varianten, wenn Sie einen bestimmten Duft wünschen.

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