VKI-RATGEBER: PHÄNOMEN ANGST

veröffentlicht am 24.08.2020

Es ist paradox. Nie ging es unserer westlichen Gesellschaft so gut wie heute. Flexibilität und Selbstbestimmung in allen möglichen Lebenslagen ist die Devise der heutigen Zeit. Man hat viele Möglichkeiten, das eigene Leben so zu gestalten wie man möchte, trotzdem nimmt die Zahl der Menschen mit Depressionen und Angststörungen in allen Altersklassen stetig zu. Dies möglicherweise gerade deshalb, weil sich Menschen aufgrund der vielen Perspektiven orientierungslos und überfordert fühlen.  Allgemeingültige Ratschläge darüber zu geben, wie man nun am besten mit dieser Situation umzugehen lernt, ist schwierig, da Angst etwas sehr Individuelles ist. Was man aber tun kann, ist die Zusammenhänge und Hintergründe von Angst verstehen zu lernen. Die verschiedenen Aspekte zeigt der Ratgeber „Phänomen Angst“ auf.

Flucht oder Kampf – Was geht in unserem Gehirn vor?

Ganz individuell ergreifen manche Menschen bei Gefahr eher die Flucht, andere neigen dazu, in den Angriffsmodus zu gehen und wieder andere erstarren komplett oder fallen sogar in Ohnmacht. All das entspricht dem Alarmsystem, das wir Menschen noch aus Urzeiten in uns tragen. In der heutigen, modernen Welt wäre es aber oft weit vorteilhafter, in stressvollen Situationen – wie etwa einer Aufnahmeprüfung – ruhig und möglichst entspannt zu bleiben. Dass uns dies nur schwer gelingt, ist unserem Angstsystem geschuldet, das sich noch nicht an unser modernes Leben angepasst hat.

Jemand hat Angst und wehrt sich mit den Händen, © Photo by M.T ElGassier on Unsplash

Zusammenhalt in der Gesellschaft 

Experimente zeigen: In einer Gemeinschaft eingegliedert, fühlt man sich weniger ängstlich. Familie und Freunde können einem in schwierigen Situationen helfen. Fehlt es an Rückhalt, so ist man seinen Ängsten eher ausgeliefert. Jedoch geht der gesellschaftliche Trend momentan in eine andere Richtung, nämlich in jene einer Wettbewerbsgesellschaft. Wie gesellschaftliche Ungleichheiten zu Angst und Stress innerhalb der Bevölkerung führen können, erklärt der Ratgeber verständlich anhand von Beispielen.

Auf der Suche nach Nervenkitzel

Dass Angst manchmal auch vergnüglich sein kann, zeigen uns etwa Horror-Filme oder Thriller, aber auch Achterbahnen oder Tätigkeiten wie Bungeespringen. Im Ratgeber lesen Sie, warum es hilfreich sein kann, sich so den eigenen Ängsten zu stellen oder auch manchmal (durch Filme oder Bücher) gänzlich in andere Welten abzutauchen.

Therapiemethoden im Überblick

Welche Therapiemethode für einen selbst am hilfreichsten ist, kann pauschal nicht gesagt werden. Es hilft jedoch zu wissen, welche verschiedenen Methoden der Psychotherapie es mittlerweile gibt und wie sie funktionieren. Oft ist die erste Vorstellung, man müsse sich bei einer Psychotherapie auf eine Couch legen und dort über seine Kindheit erzählen. Dass das Angebot an unterschiedlichen Therapiemethoden jedoch viel breiter gefächert ist, zeigt der Ratgeber deutlich auf. Von der klassischen Psychoanalyse, hin zur Verhaltenstherapie (die bei Angststörungen mittlerweile am häufigsten angewandt wird) oder sogar zum fast spielerischen Psychodrama kann jeder für sich das geeignete Hilfsmittel finden. Darüber hinaus erklärt der Ratgeber auch anschaulich, was man beachten muss, um eine für sich passende Therapeutin bzw. einen passenden Therapeuten zu finden.

Wie kann ich mir selbst helfen?

Gemäß dem Wissenschaftszweig der „Chronobiologie“ muss immer der Organismus als Ganzes betrachtet werden, da dort alles zusammenhängt. Das bedeutet: Um etwas gegen die eigene Angst zu unternehmen, muss man nicht immer direkt bei der Angst selbst ansetzen, sondern kann dies beispielsweise auch bei der Atmung oder dem Schlaf tun. Bestimmte Atemübungen und ein erholsamer Nachtschlaf können sehr gut dabei helfen, Ängste zu mindern. Wie und warum auch Aktivitäten wie Radfahren, Joggen, Meditieren oder sogar Singen hilfreich sein können, zeigt der Ratgeber auf.

Produktdetails und Bestellmöglichkeiten: Phänomen Angst - Mag. Wenzel Müller

Das Werk bietet den Leserinnen und Lesern viele verständliche Erklärungen dafür, woher Ängste kommen, womit sie zusammenhängen und ab wann Angst krankhaft ist. Außerdem findet man darin viele gute Ratschläge zu verschiedenen Therapiemöglichkeiten sowie zur Suche nach einer passenden Therapiestelle.  Im Anhang sind zudem zahlreiche Servicestellen aufgelistet.

Allgemeine Informationen zum Buch, zu den Bestellmöglichkeiten und auch eine Leseprobe finden Sie hier:

Hrsg. Verein für Konsumenteninformation, Wien 2019, Flexcover, 256 Seiten, ISBN 978-3-99013-087-2; € 19,90 (+ Versandkosten).

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