Umfrage Konsumentenschutz heute - Folge 7

veröffentlicht am 02.09.2020

Nachhaltiger Konsum setzt ein gewisses Umdenken und einen umwelt- und sozialverträglichen Lebensstil voraus. Denn am schonendsten für die Umwelt ist nicht das "umweltfreundliche" Produkt, sondern dessen Nichtkonsum, z.B. Verzicht auf Einwegverpackungen, Reparatur statt Neukauf, öffentliche Verkehrsmittel statt Auto benutzen (wo immer das möglich ist). Ökologischer Konsum betrifft uns alle.  Das Interesse an diesem Thema spiegelt sich auch in den Ergebnisse unserer Umfrage wider: 53% der Konsumentinnen und Konsumenten ist dieses Thema sehr wichtig, für weitere 31% wichtig . Für 27% der Befragten zählt ökologischer Konsum zu einem der drei Themen, die für sie persönlich am wichtigsten sind.


Nachhaltigkeit, © MAKAM

Was wir besonders erwähnenswert finden

Folgende Antworten fanden wir besonders interessant:

  • Mehr Bildung der Konsumenten hinsichtlich Produktion mit Niedrigstlohnstandarts in Entwicklungsländern
  • Mehr Aufklärung und Transparenz über die Herkunft von Produkten (Offenlegung von Produktionsketten) für Konsumentinnen und Konsumenten
  • Vor allem welche Auswirkungen hat der billige Konsum auf unsere Gesundheit. zB welche zugelassenen (!) Giftstoffe stecken in Lebensmitteln, Kleidung, Baumaterialien
  • Ökologischer Konsum soll bei uns beginnen. Unsere Bauer unterstützen zB 
  • Nutze was du hast und repariere was man hat  
  • Selbstanbau
  • Vermeidung langer Transportwege
  • Kennzeichnungspflichten erhöhen 
  • Ampelsystem für die Kennzeichnung ökologischer Produkte
  • Genaue Kennzeichnung des Herkunftslandes und der Art der Produktion des Lebensmittels
  • Verpflichtung von Unternehmen, die Einhaltung von ökologischen Standards über die zu verkaufenden oder hergestellten Produkte transparent und nachvollziehbar nachzuweisen. 
  • aussagekräftige Etiketten auf den Waren
  • Unnötige Verpackungen vermeiden
  • Förderung ökologischer/regionaler Produkte
  • Aufhören, Massentierhaltung zu fördern und Gelder auf Bio Vieh- und Landwirtschaft umzuverteilen 
  • Verbot von umweltschädlicher Produktion und Verbot von umweltschädlichen Produkten, soweit als möglich
  • Die Gesundheit und das Wohlergehen der Bevölkerung/Menschheit über das BIP stellen.  Aufhören, die Verantwortung von der Regierung auf die einzelnen KonsumentInnen abzuwälzen und zum Beispiel sicherstellen, dass jedes Fleisch, dass man kaufen kann unbedenklich ist (in Bezug auf Haltung und Medikamente).   
  • Sich daran erinnern, dass der Staat in erster Linie die Verantwortung für die Bevölkerung und erst sekundär für die Wirtschaft trägt.Aufhören, Wirtschaftswachstum als Wohlstandszuwachs für die breite Bevölkerungsmehrheit zu betrachten. 
  • österreichische Produkte besser promoten
  • Billiger als konventionelle Produkte
  • öko Produkte sollen billiger werden  
  • Aufzeigen von Alternativen im täglichen Konsum
  • Bahn Fahren attraktiv machen, Urlaubslust innerhalb Österreich dadurch erhöhen 
  • Werbungsstopp für Produkte mit hoher CO2 Bilanz

Was zu erwarten ist

Die Europäische Kommission (EK) hat im Dezember 2019 den sogenannten „European Green Deal“ vorgestellt. Der „European Green Deal“ sieht ein umfassendes Maßnahmenpaket vor, das die Wirtschaft in der EU nachhaltiger machen soll. Ziel dieses "Deals" ist es, Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent machen.

Aus Verbraucherschutzsicht sind insbesondere folgende Punkte positiv hervorzuheben:

  • Die Ankündigung einer aktiven Einbeziehung der Verbraucher/innen.
  • Das klare Bekenntnis zur Kreislaufwirtschaft. Dazu gehören insb.:
    • Maßnahmen zur Vermeidung des Inverkehrbringens umweltschädlicher Produkte
    • Recht auf Reparaturen
    • Maßnahmen gegen geplante Obsoleszenz von Geräten
    • Förderung neuer Geschäftsmodelle
    • Diskussion einer erweiterten Herstellerverantwortung
  • Verlässliche, vergleichbare und überprüfbare Informationen für Verbraucher/innen:
  • Maßnahmen gg. unzutreffende umweltbezogene Angaben (zB „Greenwashing“)
  • Schaffung eines elektronischen Produktpasses mit Informationen u.a. zu Herkunft, Zusammensetzung Reparaturmöglichkeiten
  • Einbeziehung der Finanzwirtschaft in den Green Deal (Strategie für ein nachhaltiges Finanzwesen) 

Aus Verbrauchersicht wird der Green Deal insgesamt positiv gesehen. Es bleibt aber die Umsetzung der Ankündigungen in konkrete Maßnahmen und Vorschläge abzuwarten.

30 Jahre Umweltzeichen

Viele Befragten sprachen sich für Gütezeichen und verbraucherfreundliche Kennzeichnung aus. Seit 30 Jahren sorgt das von Friedensreich Hundertwasser gestaltete Österreichische Umweltzeichen für mehr Transparenz auf dem Markt. Durch das Zeichen ist es einfach geworden, umweltfreundliche Produkte zu erkennen. Um das Gütesiegel zu erhalten, müssen Unternehmen zahlreiche Kriterien erfüllen. Mit der Zeit sind diese Kriterien strenger geworden – was die ausgezeichneten Unternehmen anregte, noch mehr für den Umweltschutz zu tun. Seit 1996 gibt es das Österreichische Umweltzeichen auch für Tourismusbetriebe. Vor allem Hotels, aber auch Privatvermieter, Campingplätze und Reiseangebote sind ausgezeichnet.

4.100 Produkte und Dienstleistungen sind aktuell mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. 400 Tourismusbetriebe und 80 Veranstalter von Green Meetings & Events tragen das staatliche Gütesiegel.


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