Neujahrsvorsatz – weniger Fleisch essen!?

veröffentlicht am 02.01.2021

Ersatzprodukte - Warum Vleisch in diesem Fall kein Rechtschreibfehler ist 

Veganer Burger mit Salat, Gemüse, Sauce , ©  Free To Use Sounds on Unsplash
Unbestritten ist: der übermäßige Verzehr von tierischen Produkten im wohlhabenden Teil der Welt ist ein wesentlicher Faktor für die Klimakatastrophe. Für viele, vor allem jüngere Menschen ist die Bemühung den ökologischen Fußabdruck zu verringern, die Hauptmotivation sich vegetarisch oder vegan zu ernähren.
Dazu kommen die Gedanken um die eigenen Gesundheit, denn auch die medizinische Forschung hat ergeben – zu viel Fleisch ist nicht gesund. 

Vegetarische Ernährung

Die Zahl der unterschiedlichen Ernährungsformen nimmt beständig zu; Paleo, Keto, Low Carb, Lactosefrei, Glutenfrei etc.
Wenn Sie nicht aus gesundheitlichen Gründen auf bestimmte Lebensmittel verzichten müssen, ist keine Diät notwendig, auch vegetarisch ist eine ausgewogene Ernährung leicht möglich. Mit Milchprodukten oder auch Eiern ist abwechslungsreiches Kochen auch ohne Fleisch sehr einfach.

Vegane Ernährung 

Bei der veganen Kost wird auf alle tierischen Produkte verzichtet, also auch auf Käse, Milch und Eier, strenge Veganer/innen essen auch keinen Honig. Für Veganer/innen ist auch das Tierwohl, die Tierhaltung ein wichtiges Argument diese Lebensmittel zu vermeiden. Hier ist mehr Sorgfalt und Wissen um die einzelnen Produkte und Nährwerte nötig, damit man mit allem Notwendigen versorgt wird.

Ersatzprodukte

Anders als z.B. in Indien haben diese Ernährungsweisen in unseren Breitegraden nicht viel Tradition, setzen sich aber immer mehr durch.

Das hat auch die Lebensmittelindustrie schnell erkannt, das Angebot an Ersatzprodukten hat in den letzten Jahren rasant zugenommen. Vegetarische Wurst, veganer Käse, vegetarische Schnitzel oder veganer Eiaufstrich, vegetarisches Schmalz, veganes Vleisch, die Liste an industriell hergestellten „Fake“ Erzeugnissen wird immer länger.

Jedenfalls fällt auf, dass die Ersatzprodukte in Geschmack, Geruch, Aussehen und Konsistenz dem gewohnten Lebensmittel wie z.B. Fleisch möglichst ähnlich sein sollen, so soll den Konsumentinnen und Konsumenten der Wechsel zu neuen Waren erleichtert werden. In den Supermarktregalen finden sich deshalb Sojaprodukte in Form von Würsteln, Koteletts oder gar Hühnerkeulen.

Dieses Angebot wird jedoch auch kritisch gesehen: ist dieses Essen wirklich noch gesund, ist die Produktion angesichts des intensiven Anbaus von Ersatzprodukten nicht auch eine Belastung für die Umwelt? Und abgesehen davon – wie schmeckt es?

Vegane Burger im Test

Der Verein für Konsumenteninformation - VKI hat die vegane Variante der „Fleischlaberl“ genau unter die Lupe genommen. Bei Burgern gelingt das „so tun als ob“ schon recht gut, geschmacklich hatten die Tester nichts zu bemängeln. Auch die Konsistenz gefiel bei den Verkostungen recht gut.

Trotzdem bekommen nur 4 von 11 getestete Laibchen ein „GUT“ in der Bewertung, weil teilweise Mineralölrückständen gefunden wurden.

Beim Nutri-Score, dem Verhältnis von positiv eingestuften Nahrungsmitteln wie Obst und Gemüse, Ballaststoffen und Eiweiß zu negativ bewerteten Substanzen wie Zucker, gesättigten Fettsäuren oder Natrium fallen die Resultate sehr unterschiedlich aus. Auch vegane Burger können zu viel Fett, gesättigte Fettsäuren und Salz enthalten und werden nicht für den täglichen Konsum empfohlen.

Bezüglich Nachhaltigkeit sind die veganen Burger gegenüber den Fleischprodukten allerdings klar im Vorteil. Wenn das Soja in Europa und nicht auf gerodeten Regenwaldflächen angebaut wird, ist die Umweltbilanz durchaus positiv.

Den gesamten Test können Sie online (kostenpflichtig) oder im KONSUMENT 12/2020 nachlesen.   

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