Nachhaltigkeit ernst gemeint

veröffentlicht am 04.12.2020

Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen.

Spätestens seit dem Club of Rome 1968 sind uns die Bedeutung der Nachhaltigkeit und die Gefährdung unserer Lebensgrundlagen bekannt.

Menschrechte gezeigt werden viele Hände, © Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Menschenrechtsorganisationen, Umwelt- und auch Verbraucherorganisationen zeigen regelmäßig auf, wie bei der Produktion von Waren Arbeit insbesondere in Entwicklungsländern ausgebeutet und Umweltstandards weltweit missachtet werden. Zwangs- und Kinderarbeit ist zwar durch internationale Normen verboten, aber die Durchsetzung sieht anders aus. Dies hat zur Folge, dass, dass viele in der Lieferkette Gewinne machen, die sie bei höheren Produktionskosten niemals lukrieren könnten, Produkte häufig mit Dumpingpreisen am Markt sind und die Erde mit massivsten Veränderungen zu kämpfen hat, die unter dem Stichwort Klimakrise dramatische Gewissheit erlangt haben. Dabei ist Klimakrise nur ein Begriff, der für viele begleitende Auswirkungen steht – sozial, wirtschaftlich, gesundheitlich, politisch.

 Das Thema geht uns alle an, und gerade seine globale Dimension macht wirksames Handeln so schwierig. 

2015 ein Meilenstein: Nachhaltige Entwicklungsziele der UNO:

Festgeschrieben wurden 17 Ziele, die weit gespannt sind: von Ressourcenschonung bis Armutsbekämpfung, von Wohlstand bis gesundem Leben, von Bildung bis Verteilungsgerechtigkeit. Staaten arbeiten daran, Umsetzungsmaßnahmen zu entwickeln und den Zielen ein Stück näher zu kommen. Verbindlichkeit gibt es keine.

Neue Akzente mit neuer (Rechts)Qualität:

Auch wenn die Europäische Menschenrechtskonvention (1950) einen umfassenden Katalog an Menschenrechten enthält und auch die EU mit ihrer Grundrechtecharta 2009 einen wichtigen Schritt gesetzt haben, fehlt es bislang an zusätzlichen konkrete Regeln, die rasch und effektiv durchgesetzt werden können. Das soll sich ändern:

Der EU Rat beschloss am 1.12.2020 Schlussfolgerungen zu Menschenrechten und menschenwürdiger Arbeit in globalen Lieferketten:

Die EU Staaten haben sich auf eine gemeinsame Haltung verstanden, die menschenunwürdige Arbeit in globalen Lieferketten beenden will. Sie fordern die Europäische Kommission auf, einen Rechtsrahmen vorzuschlagen, der nachhaltiges unternehmerisches Handeln durch verbindliche Sorgfaltspflichten sicherstellen soll. Dazu könnte gehören, die Auswirkungen ihrer Aktivitäten auf Menschenrechte und Umwelt festzustellen und in der Folge abzustellen. Hier finden Sie die Schlussfolgerungen.

Europäische Kommission kündigt für 2021 Rechtsakt zu unternehmerischer Verantwortung an:

Das Arbeitsprogramm der Kommission 2021 enthält das Vorhaben bereits. Wir dürfen gespannt sein, welchen konkreten Rechtsrahmen die Kommission vorlegt. Das Bekenntnis der EU Staaten in ihren Schlussfolgerungen ist dafür jedenfalls unterstützend.

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