Leise rieselt der Schnee…

veröffentlicht am 14.12.2022

Schneeräumung und Winterdienste

Die ersten Schneefälle bedeuten für manche Winterfreuden wie Rodeln oder Schifahren, für andere bringt die „weiße Pracht“ auch einige Verpflichtungen.

Eigentümer:innen von bebauten Liegenschaften im Ortsgebiet

Damit niemand zu Sturz kommt, besteht eine gesetzliche Verpflichtung, die Gehsteige zu räumen und zu streuen. Wird diese nicht eingehalten, kann es einerseits zu Verwaltungsstrafen kommen, bei Stürzen und daraus entstandenen Verletzungen auch zu Schadensersatzforderungen.

Da die Eigentümer:innen diese Pflicht nicht immer selbst erfüllen können oder wollen, werden oft professionelle Winterdienste beauftragt, diese sind u.a. dazu angehalten, die Wetterlage zu beobachten und rechtzeitig aktiv zu werden.  
Auch Hausverwaltungen können in Vertretung von Wohnungseigentümergemeinschaften Verträge mit Räumungsdiensten abschließen.

Dabei ist genau zu prüfen, welches Service angeboten wird, denn nicht alle Winterdienste bieten Schneeräumung im gesetzlich vorgesehenen Ausmaß. Näher Infos dazu in unserem Artikel Achtung, Rutschgefahr – Unzulässiger Winterdienst mit beschränkter Haftung (konsumentenfragen.at)

Umfang der Räumungs- und Streupflicht

Auch wenn es keinen Gehweg gibt, muss der Straßenrand zwischen 6 und 22 Uhr in einer Breite von einem Meter ab der Liegenschaftsgrenze geräumt werden.

Allerdings hat der Oberste Gerichtshof auch ausgesprochen, dass bei andauerndem Schneefall oder sich ständig erneuerndem Glatteis den Verpflichteten eine ununterbrochene Schneeräumung und Sicherung der Verkehrswege nicht zugemutet werden kann.

Wenn aber Winterdienst seinen Pflichten nicht bzw. nicht rechtzeitig nachkommt, sollten die Eigentümer:innen selbst die Schneeräumung vornehmen. Somit entgehen sie dem Vorwurf, dass nichts getan wurde, um Verletzungen zu verhindern und einen möglichen Schaden zu mindern.

Sonderfall Dachlawinen

Die Hauseigentümer:innen müssen auch Dächer vom Schnee befreien bzw. befreien lassen. Warnstangen an Hauswänden allein genügen nicht.

Wenn ein Unfall passiert ist

Geschädigte sollten bei Verletzungen die Polizei benachrichtigen, damit der Vorfall aufgenommen wird und evtl. Beweise gesichert werden können.

Erste:r Ansprechpartner:in sind die jeweils betroffenen Hauseigentümer:innen bzw. die beauftragten Hausverwaltungen. Die Abwicklung des Schadenfalls passiert dann über eine Haftpflichtversicherung der Eigentümer:innen oder über die Firma, die den Winterdienst durchführt.

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