Konsumentenpolitik und Nachhaltigkeit

Consumer Day der deutschen EU Ratspräsidentschaft am 1.12.2020

Mitte November hat die EU-Kommission mit der neuen Verbraucheragenda 2020-2025 die Schwerpunkte für die europäische Konsumentenpolitik der nächsten Jahre präsentiert - wir haben berichtet - . Das deutsche Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz nahm dies nun zum Anlass, um Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Praxis darüber diskutieren zu lassen, wie in der Konsumentenpolitik der Zukunft Nachhaltigkeit, Klimaschutz, gesellschaftliche Teilhabe und Gerechtigkeit bestmöglich berücksichtig werden können.

Bis 31. Dezember 2020 hat Deutschland noch den – halbjährlich zwischen den EU-Mitgliedstaaten wechselnden – Vorsitz im Rat der Europäischen Union, die sogenannte EU-Ratspräsidentschaft, inne. Traditionell organisiert das jeweilige Vorsitzland auch eine Veranstaltung zum Thema Konsumentenschutz, den „Consumer Day“ – pandemiebedingt diesmal als Online-Konferenz.  

Europäische Verbraucherpolitik im Lichte nachhaltiger Entwicklungsziele

Bei der Themenauswahl knüpfte das für die Organisation zuständige deutsche Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz an die neue europäische Verbraucheragenda und insbesondere das darin enthaltene Bekenntnis zu einer Konsumentenpolitik im Zeichen des grünen Wandels und der Nachhaltigkeit an. Unter Bezugnahme auf die im Rahmen der Vereinten Nationen formulierte "Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung" wurde der Frage nachgegangen, welchen Beitrag die europäische Verbraucherpolitik zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele leisten und dabei die breite gesellschaftliche Teilhabe möglichst aller Konsumentinnen und Konsumenten sicherstellen kann. 

Podiumsdiskussionen, Interviews, Workshops

Den Organisatorinnen und Organisatoren gelang es, eine spannende Online-Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die das Fehlen des fachlichen Austauschs mit einem Publikum für Ort (beinahe) vergessen ließ: Neben Podiumsdiskussionen unter Beteiligung hoher politischer Amtsträger/innen – etwa der deutschen Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz, Christine Lambrecht, oder des für Konsumentenschutz zuständigen EU-Kommissars, Didier Reynders – sorgten insbesondere per Videokonferenz-Tool abgehaltene Workshops sowie Gespräche mit Jugendlichen aus unterschiedlichen Mitgliedstaaten für eine kurzweilige und abwechslungsreiche Veranstaltung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Cover Next Day, © next-day.de

Hervorzuheben ist dabei vor allem die Einbindung von Jugendlichen, die in Interviews ihre Erwartungen und Ideen an eine Politik im Zeichen der Nachhaltigkeit verdeutlichen konnten. Die deutsche Ratspräsidentschaft hatte dazu bereits vor einigen Monaten das Projekt „NEXTdays 2020“ ins Leben gerufen, in dessen Rahmen 40 engagierte junge Menschen aus verschiedenen Ländern Europas ihre Vorstellungen für eine nachhaltige Verbraucherpolitik diskutierten. Die Kernbotschaften dieses Projekts wurden nun beim Consumer Day präsentiert. Mehr zum Projekt „NEXTdays 2020“ finden Sie hier .

Der Consumer Day wurde aufgezeichnet und kann auf einer von der deutschen Ratspräsidentschaft eigens eingerichteten Website online nachgeschaut werden. Wir meinen, es lohnt sich!

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