Konsument:innen wollen wissen, woher Lebensmittel kommen

veröffentlicht am 16.04.2022

Produkte aus der Region stehen für Qualität, kurze Transportwege und Unterstützung der lokalen Wirtschaft

Österreich Umriss in rot-weiß-rot, © GDJ auf pixabay

Die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der deutschen vzbv – Verbraucherzentrale Bundesverband zeigen, dass 86 Prozent der Befragten für klare Regeln bei der Bezeichnung von regionalen Lebensmitteln sind. 76 Prozent der Verbraucher:innen achten beim Kauf darauf, ob Lebensmittel aus der Region kommen.

Auch in Österreich legen immer mehr Konsument:innen Wert auf die Herkunft der Produkte (siehe dazu Konsum-Ente 2021 (konsumentenfragen.at) )

Allerdings ist beim Einkaufen manchmal nur schwer zu erkennen, woher die Waren wirklich stammen.

Aus der Region…

… „da komm´ ich her“, „Gutes von dahoam“ oder „Frisch von hier zu Dir“, heißt es z.B. in den Werbesprüchen. Sehr beliebt, um auf die Regionalität zu verweisen, sind auch Fahnen oder die Farbe rot-weiß-rot auf der Verpackung.

Auch Angaben mit dem Hinweis auf "Bäuerinnen und Bauern" oder mit Bezug auf "Berg/Alm/Alpen" lassen vermuten, dass es einen Bezug zwischen dem Produkt und einer Person bzw. einem bäuerlichen regionalen Herstellungsbetrieb gibt.

Für bestimmte Erzeugnisse wie z.B. Obst und Gemüse, frisches, gekühltes oder gefrorenes Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch und Fische und Meeresfrüchte aus Meeren, Flüssen, Seen und aus der Aquakultur gibt es verpflichtende Herkunftskennzeichnungen. Bei verarbeiteten Lebensmitteln muss keine Herkunft der einzelnen Zutaten gekennzeichnet werden, sondern nur der Lebensmittelunternehmer angegeben sein. Das Herkunftsland ist bei verarbeiteten Produkten nur dann verpflichtend, wenn es ansonsten zu Irreführungen über das Herkunftsland kommen kann.

In Österreich sorgt die AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH dafür, dass es Kontrollen vom Acker bis zum Teller gibt. Die entsprechenden Vorgaben sind auch in zahlreichen EU-Verordnungen festgehalten.

Wenn Sie Zweifel haben, dass die Produktaufmachung das hält, was sie verspricht, können Sie dies auch an den VKI-Lebensmittel-Check melden: Lebensmittel-Check: Produkte melden | VKI . Der Verein für Konsumenteninformation wird der Sache auf den Grund gehen und bei Irreführung oder sonstiger Rechtswidrigkeit den Unternehmer anschreiben oder in Einzelfällen auch Klagen nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb einbringen.

Forderung des deutschen Verbraucherschutzverbandes vzbv:

Die Umfrage des vzbv hat ergeben, dass sich vielen Verbraucher:innen genauere Angaben wünschen.
Deshalb fordert der vzbv die EU-Kommission auf, die EU-weit verbindliche Kennzeichnung des Herkunftslandes, also beispielsweise „Deutschland“ oder „Frankreich“, endlich auf alle Lebensmittel auszuweiten und einheitliche Mindeststandards für die Regionalkennzeichnung zu etablieren. Auch bei verarbeiteten Lebensmitteln sollte künftig die Herkunft der Primärzutat gekennzeichnet werden.

Was meinen Konsument:innen in Österreich?

In Österreich ist die Stimmungslage vergleichbar. Das Konsumentenbarometer 2021 zeigt beispielsweise, dass sich ca 80% für genauere Angaben bei Lebensmitteln und auch in der Gastronomie aussprechen. Näheres finden Sie hier: KONSUMENTENBAROMETER 2021 – TEIL 3: Lebensmittelkennzeichnung und Wissen der Bevölkerung über ihre Rechte (konsumentenfragen.at)

Noch ein kleiner Hinweis des Redaktionsteams: Auf der Seite Das isst Österreich! (xn--das-isst-sterreich-l3b.at) finden Sie Informationen und Rezepte zu regionalen Spezialitäten aus ganz Österreich. 

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