Konsumalltag in Österreich

veröffentlicht am 28.04.2021

Repräsentative Umfrage der Arbeiterkammer Wien in Zusammenarbeit mit der Universität Wien

Icons als Symbole für einzelne Bereiche z.B. Reisen, Geld, Wohnen, Kultur   , © AK
Das Konsumverhalten der Konsumentinnen/Konsumenten verändert sich laufend; technische Entwicklungen, neue Produkte, moderne Vertriebswege, finanzielle Gegebenheiten und die Beachtung von umweltbezogenen Faktoren sind bestimmend für Kaufentscheidungen.

Umfassende Fragestellungen zu wesentlichen Themen des Konsumalltags:

Über 1.000 Haushalte beteiligten sich zwischen Jänner 2019 bis März 2020 an der Online-Erhebung, die sich u.a. mit diesen Fragen beschäftigt: „Wie handeln KonsumentInnen angesichts steigender Komplexität? Wie erfolgt die Informationsbeschaffung, der Kauf, die Nutzung, die Entsorgung von Gütern und wie gehen KonsumentInnen mit sich stellenden Problemen um? Welche Einstellungs- und Handlungsmuster sind hier erkennbar? Welche Gruppen von KonsumentInnen lassen sich in Bezug auf Einstellungen, Kompetenzen und Konsumhandeln wie Kauf, Nutzung und Entsorgung von Gütern erkennen und wie sind diese sozial strukturiert?“

Die mündige Konsumentin, der mündige Konsument

Dieses ideale Leitbild ist „ist angesichts der unter den Bedingungen von Komplexität, mangelndem fachlichen Wissens, fehlender Kompetenzen und knappen Zeitressourcen nur eingeschränkt rational agierenden AkteurInnen, in Kritik geraten“

Deshalb braucht es realistischere Vorgaben, eine solide Datenbasis und laufende Analysen, um die Arbeit der Konsumentenschützer/innen weiter erfolgreich gestalten zu können.

Auf Basis der Ergebnisse soll ein regelmäßiges und dauerhaftes Konsumenten-Monitoring eingerichtet werden, mit dem sich der Wandel von Konsum und Konsumverhalten abbilden lässt.

Die erhobenen Daten sollen auch dazu beitragen, Trends und Problemlagen zu erkennen und geeignete Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher/innen zu entwickeln.

In insgesamt 10 Befragungswellen lagen die Schwerpunkt bei den wesentlichen Themen des Konsumalltags wie z.B. Ernährung, Lebensmitteleinkauf, Haushaltsgroßgeräte, Finanzen, Reisen etc. 

Die Umfrage zu Haushalts-Großgeräten wurde bereits näher ausgewertet. Wir wollen uns daher im Folgenden auf diese fokussieren. 

Haushalts-Großgeräte

Die Antworten der Verbraucher/innen zu verschiedenen Aspekten des Kaufs und der Nutzung von Haushalts-Großgeräten zeigen sehr deutlich, dass sich Verbraucher/innen bei diesen Produkten eine hohe Lebensdauer erwarten. Ihre diesbezügliche Erwartungshaltung beträgt zwischen 13 und 17 Jahren.

Ein weiterer Fokus liegt auf Reparaturmöglichkeiten der Geräte. In einem Drittel der Fälle sind Defekte der Grund für eine Neuanschaffung.  [BMASGK1]Die Reparaturbereitschaft der Nutzer/innen übersteigt aber oft die Reparaturmöglichkeiten; eine Reparatur erfolgt häufige deshalb nicht, weil die Geräte nicht mehr reparierbar sind, eine Reparatur zu teuer wäre oder wegen des hohen Alters Empfehlungen für eine Neuanschaffung gegeben werden.

Wichtig bei den Haushaltsgeräten ist in zunehmendem Maß die Energieeffizienz. Besonders bei den bekannten „Stromfressern“ wie Wäschetrocknern, Gefrier- und Kühlschränken ist der Energieverbrauch ein vielbeachteter Aspekt. Der Energieverbrauch steht bei der Anschaffung von Großgeräten nach einer hohen Lebensdauer an zweiter Stelle der bevorzugten Eigenschaften.

Abschließend werden die Studienteilnehmer/innen befragt, welche politischen Maßnahmen sie befürworten würden. Hohe Zustimmung finden etwa folgende:

  • 86% befürworteten eine gesetzliche Einführung einer fünfjährigen Garantie (Gewährleistung).
  • 52% sprechen sich für die gesetzliche Verankerung einer 10-jährigen Garantie (Gewährleistung) aus.
  • 82% sehen eine gesetzliche Verpflichtung der Unternehmen zur 10jährigen Verfügbarkeit von Ersatzteilen bzw Softwareaktualisierung  als positiv an.
  • 77% sind für eine gesetzliche Verpflichtung, die Reparierbarkeit für 10 Jahre zu garantieren

Interessant sind diese Ergebnisse auch wegen der aktuell anstehenden Gewährleistungsreform.

2019 wurden zwei EU Richtlinien zum Warenkauf sowie zu digitalen Inhalten und digitalen Dienstleistungen beschlossen. Diese sind bis 1.7.2021 in österreichisches Recht umzusetzen.

Der Gesetzesentwurf ist derzeit in Begutachtung. Die zweijährige Gewährleistungsfrist bleibt demnach unverändert, obwohl die Richtlinien den Mitgliedstaaten gestatten, auch eine längere Frist vorzusehen.

Wenn Sie zu dem Begutachtungsentwurf („Gewährleistungsrichtlinien- Umsetzungsgesetz“) Stellung nehmen möchten, haben Sie dazu bis 7.5.2021 Zeit:  

107/ME (XXVII. GP) - Verbrauchergewährleistungsgesetz – VGG; Gewährleistungsrichtlinien-Umsetzungsgesetz – GRUG, Änderung (parlament.gv.at)

Sämtliche Ergebnisse…-

…einschließlich einzelner Veröffentlichungen finden Sie hier: www.konsummonitor.at





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