Kindergeschirr aus Melamin und „Bambus“

Schön, aber gefährlich:  – 9 von 9 Produkten nicht empfehlenswert

bunte Kinderbecher aus Melamin, © https://www.jako-o.com/de_AT/kinder-melamin-becherset-klein-jako-o-6-stueck--038018?erid=EAIaIQobChMIrYr1h7HA6gIVBeJ3Ch12oAshEAQYBCABEgKw9fD_BwE&exactc=231cf5b081428f4c874bccf5edb16c0a&keyword=&gclid=EAIaIQobChMIrYr1h7HA6gIVBeJ3Ch12oAshEAQYBCABEgKw9fD_BwE#product-reviews&gid=1&pid=1
Wer kennt es nicht – in fast jedem Haushalt mit Kindern, gibt es das eine oder andere farbenfrohe Stück aus dem leichten Material. Sehr häufig werden auch Bambusfasern zugesetzt, so soll die Bruchsicherheit erhöht werden, manche Hersteller bewerben diese Produkte als biologisch abbaubar und besonders umweltfreundlich.


Aktuelle Laborergebnisse

Bei einem Belastungstest im Labor hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) nun 9 verschiedene Produkte aus Melamin- bzw. Melamin-Bambus-Mischung geprüft.
Das Resultat war so katastrophal, dass von der Verwendung dieses Geschirrs für Kinder generell abgeraten wird.

 Schadstoffe:
 
Wenn heiße Speisen oder Getränke mit dem Material in Berührung kommen, setzt Geschirr aus Melamin die Bestandteile *Formaldehyd und *Melamin frei, die Belastung liegt deutlich über den zugelassenen Grenzwerten. Auch Säure löst die giftigen Stoffe, somit kann auch Obst, Säfte oder Salat nicht guten Gewissens darin serviert werden. 

Bambusfasern:

Laut EU-Kunststoffverordnung ist Bambus als Beigabe zu Kunststoffen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, gar nicht zugelassen. Der VKI bewertet daher die untersuchten Produkte als nicht verkehrstauglich.

Übrigens: Die Stiftung Warentest testete im Sommer 2019 zwölf verschiedene Bambusbecher, wie sie z.B. für „coffee to go“ gerne verwendet werden, auch hier mit fatalen Ergebnissen: Aus mehr als der Hälfte der getesteten Bambusbecher gingen Mengen der Schadstoffe Melamin und Formaldehyd ins Getränk über, die über dem EU-Grenzwert lagen.

Mangelhafte Kennzeichnung:

Die Tester mussten darüber hinaus feststellen, dass die Teile nicht ausreichend beschrieben waren, viel lieber wird damit geworben, dass sie umweltfreundlich seien. Ein Hersteller behauptet sogar, dass das Geschirr biologisch abbaubar ist. Tatsächlich ist das Recycling von Melamin nur sehr schwer möglich.

Haltbarkeit:

Auch bei der Bruch- und Kratzfestigkeit kamen die Labors auf mangelhafte Ergebnisse. Zwar wird das Geschirr von Erwachsenen besonders deswegen gekauft, die Fallprüfungen bestätigen das jedoch nicht. Bereits bei einem Fall aus Tischhöhe waren Risse oder Absplitterungen festzustellen.

Die genauen Testergebnisse finden Sie im Juli KONSUMENT.

Unser Tipp: da das Melamingeschirr auch nicht recycelt werden kann, seien Sie kreativ und verwenden Sie die Becher oder Schalen zum Beispiel als Blumentopf oder als Futternapf für Haustiere.

 *Melamin kann Erkrankungen im Blasen- und Nierensystem verursachen und wurde 2017 von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als möglicherweise krebserzeugend eingestuft. *Formaldehyd gilt als krebserregend und kann Allergien auslösen

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