Influencer-Marketing fördert ungesundes Essverhalten bei Kindern

veröffentlicht am 25.08.2022

Saferinternet gibt Eltern Informationen und Tipps.

Lebensmittelkonzerne, wie z.B. McDonald’s, Coca-Cola oder Milka, nutzen bekannte Social-Media-Stars um ihre Produkte an Kinder zu vermarkten. Zu diesem Zweck setzen sie gezielt Junkfluencer:innen ein. Als Junkfluencer:innen werden Influencer:innen bezeichnet, die in ihren Beiträgen ungesunde Lebensmittel bewerben.

Burger und Pommes frites, © Bild von RitaE auf Pixabay.
Beliebte Junkfluencer:innen haben Millionen Kinder als Follower:innen und werben über ihre Accounts für Pizza, Gummibärchen, Schokolade, Limonade und vieles mehr. Die gesponserten Werbebotschaften finden großen Gefallen, denn Junkfluencer:innen genießen bei ihren jungen Fans hohes Vertrauen und können dadurch deren Kaufentscheidungen beeinflussen.

Junkfluencer:innen auf YouTube, Instagram oder Tiktok verdienen mit dieser Werbung ihr Geld. Häufig ist die Werbung aber versteckt. Kinder können oftmals nicht oder nur schwer erkennen, dass eine derartige Werbung nur darauf abzielt, ihr Konsumverhalten zu beeinflussen.

Ein weiteres Problem des Influencer-Marketings: Die Werbebotschaften werden an der elterlichen Aufsicht vorbei direkt ins Kinderzimmer oder auf die Handys von Kindern gesendet und beeinträchtigt so die Bemühungen der Eltern, ihre Kinder zu gesunder Ernährung zu motivieren.

Der Report der Verbraucherorganisation Foodwatch zum Thema: „Junkfluencer:innen - Wie McDonald‘s, Coca-Cola & Co in sozialen Medien Kinder mit Junkfood ködern“ zeigt, wie Lebensmittelkonzerne mit Hilfe von Social-Media-Berühmtheiten unausgewogene Lebensmittel an junges Publikum vermarkten. Sie machen sich dabei die Idol-Funktion der Influencer:innen zunutze und dies auf Kosten der Gesundheit von Kindern. Wo es keine gesetzlichen Beschränkungen gibt, steigt der Konsum von Junkfood. Die Folgen sind, dass immer mehr Kinder und Jugendliche Übergewicht haben. Weltweit sind bereits 20 % der Kinder und Jugendlichen übergewichtig oder sogar fettleibig (adipös). Der gesamte Report von Foodwatch kann hier nachgelesen werden.

Weiters wurde im Rahmen einer Studie der Medizinischen Universität Wien aufgezeigt, dass 75 % der Produkte, die deutschsprachige Influencer:innen auf ihren Social-Media-Kanälen verbreiten, wegen ihres hohen Salz-, Fett- oder Zuckergehalt so ungesund sind, dass sie gemäß WHO-Richtlinien nicht an Kinder vermarktet werden dürften. Die Analyse der Studie zeigte auch, dass die meisten Posts und Videos nicht eindeutig als Werbung gekennzeichnet waren. Expertinnen und Experten fordern – speziell in Sozialen Medien – eine Beschränkung für die Vermarktung von ungesunden Lebensmitteln im Internet. Hier finden Interessierte mehr Informationen zu der Studie.

Tipps für Eltern von Safertinternet

Eine ausführliche Medienbildung ist heute wichtiger denn je und sollte bereits früh innerhalb der Familie starten, vor allem über die Vorbildfunktion der Eltern. Der Verein Saferinternet gibt Eltern dazu folgende Tipps:

  • Signalisieren Sie Interesse und Verständnis und lassen Sie sich den:die Lieblingsinfluencer:in zeigen. Fragen Sie nach, warum die Person für Ihr Kind so besonders ist.
  • Erläutern und besprechen Sie die Vermarktungsstrategien von Influencer:innen, so fördern Sie einen reflektierten Umgang mit den Online-Idolen Ihres Kindes.
  • Üben Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Online-Werbung zu erkennen und zu beurteilen. Lassen Sie sich von Ihrem Kind Werbeeinschaltungen, z.B. auf YouTube oder auf Spieleportalen, zeigen und diskutieren Sie darüber. 

Weitere Informationen von Saferinternet rund um das Thema Influencer:innen finden Sie hier.

Ausführliche Informationen zum Thema Influencer-Marketing finden Interessierte in der Studie Kinder im Visier von Influencer-Marketing“ der Arbeiterkammer Wien. 

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