EU verbietet ab 3.Juli 2021 viele Einweg-Plastikprodukte – BEUC prüft Ersatzprodukte

veröffentlicht am 11.06.2021

Davon betroffen sind Wegwerfprodukte aus Plastik wie z.B. Teller, Besteck, Strohhalme oder Wattestäbchen – aber welche Alternativen sind empfehlenswert?

bunte Trinkhalme, © Markus Winkler on unsplash
Nach Angaben der Europäischen Kommission sind mehr als 80% der Abfälle im Meer Plastikmüll.

Eine Maßnahme um diese Massen von Plastikmüll in der Umwelt und in den Ozeanen zu bekämpfen ist das Plastikverbot. Das EU Parlament informiert dazu: „Da der Zersetzungsprozess bei Kunststoffen nur langsam verläuft, wächst die Menge dieser Abfälle in den Meeren, Ozeanen und an den Stränden in der EU und der ganzen Welt ständig. Plastikrückstände werden in Meerestieren wie Meeresschildkröten, Robben, Walen und Vögeln gefunden, aber auch in Fischen und Schalentieren, und gelangen so in die menschliche Nahrungskette. Kunststoffe sind zwar praktische, vielseitige, nützliche und wirtschaftlich wertvolle Materialien, doch müssen sie besser eingesetzt, wiederverwendet und recycelt werden.“

Alternative Produkte

Dass Plastik nicht nur praktisch ist, sondern auch eine massive Belastung für die Umwelt bedeutet, ist ja schon länger bekannt. Deshalb gibt es bereits viele Ersatzprodukte z.B. Trinkhalme aus Papier, Teller und Take Away“ Behälter aus Bambus oder anderen geformten Naturfasern oder wiederverwendbare „Wattestäbchen“.

Leider nicht alle Ersatzprodukte empfehlenswert

Der Europäische Dachverband der Konsumentenorganisationen BEUC hat im Rahmen einer Studie in 4 Ländern (Italien, Dänemark, 

Spanien und Frankreich) erhoben, dass in Nicht-Kunststoff-Einweggeschirr giftige Chemikalien vorkommen können.  

Insgesamt enthielt mehr als die Hälfte der in die Stichprobe einbezogenen Produkte eine oder mehrere unerwünschte Chemikalien, darunter einige, die im Verdacht stehen, Krebs zu verursachen. Das Problem ist, dass es zu den Sicherheitsvorgaben dieser neuen Produkte, anders als bei Plastik, noch keine spezifischen Vorschriften gibt.

Ein weiteres ungelöstes Thema ergibt sich bei der Kompostierung: die Produkte sind nicht biologisch abbaubar, wenn sie mit Chemikalien belastet sind, die nicht vollständig abgebaut werden können.

Monique Goyens, Generaldirektorin von BEUC, kommentiert:
"Da Einweg-Kunststoffplatten und -becher bald der Vergangenheit angehören, gewinnen pflanzliche und Papieralternativen natürlich bei den Verbraucher/innen an Popularität. Es ist wunderbar, dass die EU endlich Wegwerfprodukte aus Plastik verbietet, aber sie muss auch giftige Chemikalien in den Alternativen untersagen.

„Grüne“ Werbeversprechen wie 'natürlich', 'biologisch abbaubar' oder 'kompostierbar' bringen nur Verwirrung bzw. Falschinformation, wenn das Einweg-Geschirr beständige Chemikalien enthält."

Hier finden Sie die vollständigen Testergebnisse.

Online Diskussion (in englischer Sprache) zum Thema „Giftige Chemikalien in Lebensmittelverpackungen“

Im Hinblick auf eine Überarbeitung der EU-Gesetzgebung für Lebensmittelverpackungen, soll besprochen werden, wie sichergestellt werden kann, dass Materialien und Produkte, die mit unseren Lebensmitteln in Berührung kommen sicher und nachhaltig sind. 

Towards Toxic-Free Food Packaging

15 June 2021 | 13:00 - 14:30 (CEST, Brussels time) | online

Registration: https://crm.beuc.eu/toxic-free-packaging

Unbedenkliche Alternativen

Es gibt noch viele Möglichkeiten auch unterwegs Plastik zu sparen, ohne auf vielleicht bedenkliche Alternativen greifen zu müssen wie z.B.:

  • Dauerhaften Becher für den Coffee-To-Go
  • Trinkflaschen aus Glas oder Metall werden in den unterschiedlichsten Ausführungen angeboten, sie  können beinahe unendliche Male wiederverwendet werden
  • Dauerhafte Trinkhalme aus Glas, Silikon oder Edelstahl
  • Glas- oder Metallboxen für die Jause unterwegs
  •  In einer kleinen, wiederverwendbaren Einkaufstasche können Spontankäufe ohne Plastiksackerl nach Hause getragen werden.


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