EU-Konsumentenbarometer zeigt Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Verbraucherverhalten

veröffentlicht am 01.04.2021

Neue Ausgabe der jährlichen Verbraucherbefragung der Europäischen Kommission

Landkarte Europa, © fotoART by Thommy Weiss  / pixelio.de
Seit 2008 veröffentlicht die EU-Kommission zumindest einmal jährlich das europäische Konsumentenbarometer (Consumer Scoreboard). Dabei werden durch Befragungen in allen Mitgliedstaaten der EU sowie in Norwegen, Island und dem Vereinigten Königreich Daten erhoben, die Auskunft über die aktuelle Situation der Verbraucherinnen und Verbraucher geben. Der Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe ist den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie gewidmet.

Konsumentinnen und Konsumenten kaufen mehr lokal und online ein

Der Einfluss der Pandemie spiegelt sich im Konsumverhalten der europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher wider. So haben acht von zehn Befragten angegeben, 2020 mehr bei lokalen Unternehmen in ihrer Umgebung eingekauft zu haben als vor der Pandemie, in Österreich waren es sogar neun von zehn. Nicht ganz überraschend ist 2020 aber auch die Anzahl der Verbraucherinnen und Verbraucher, die online einkaufen, weiter gestiegen – ein Trend, der bereits seit mehreren Jahren besteht und nun noch weiter verstärkt wurde. Außerdem zeigen die Umfrageergebnisse, dass die europäischen Konsumentinnen und Konsumenten 2020 mehr Liefer- und Abholangebote für ihre Lebensmitteleinkäufe genutzt haben als vor Ausbruch der Pandemie.

Einen Rückgang gab es bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu verzeichnen – knapp zwei Drittel der Befragten stiegen während der Pandemie vermehrt vom öffentlichen Verkehr auf andere Verkehrsmittel wie Auto oder Fahrrad um.

Finanzielle Unsicherheit prägt das Leben vieler Menschen

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass viele Menschen sich Sorgen um ihre finanzielle Situation machen. Knapp vier von zehn Befragten zeigten sich besorgt um die Deckung ihrer Haushaltskosten, ein Drittel äußerte Sorgen um seinen Job. 42% der Befragten haben während der Pandemie größere Anschaffungen verschoben. Zu betonen ist, dass die finanzielle Unsicherheit der Bürgerinnen und Bürger zwischen den EU-Staaten sehr unterschiedlich verteilt ist – beispielsweise machen sich in Griechenland 71% der Befragten Sorgen ihre Rechnungen bezahlen zu können, wohingegen es in Schweden 7% und in Österreich 18% sind.

Steigendes Umweltbewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher

Erfreulich ist, dass das Kaufverhalten vieler Europäerinnen und Europäer umweltbewusster wird. Mehr als die Hälfte der Befragten (56%) achtet grundsätzlich auf die Auswirkungen ihrer Konsumentscheidungen auf die Umwelt, etwa ein Viertel tut dies sogar bei allen oder zumindest den meisten Einkäufen. Zwei Drittel der Konsumentinnen und Konsumenten gab an, umweltfreundlichere Produkte auch dann zu kaufen, wenn diese einen höheren Preis haben. In Österreich wurde diese Frage sogar acht von zehn Befragten mit ‚Ja‘ beantwortet.

Hohes Verbrauchervertrauen in Österreich

Der Blick auf die länderspezifischen Ergebnisse zeigt, dass das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher hierzulande – wie auch in den vergangenen Jahren – im europäischen Vergleich besonders hoch ist. So gaben 87% der befragten Österreicherinnen und Österreicher an, dass sie beim Schutz ihrer Konsumentenrechte Vertrauen in Behörden und öffentliche Stellen haben – der höchste Wert aller EU-Staaten. Ebenfalls im europäischen Spitzenfeld ist das Vertrauen in Verbraucherschutzorganisationen – drei von vier der österreichischen Befragten stellten hier ein gutes Vertrauenszeugnis aus, der zweithöchste Wert in der EU.

Das europäische Konsumentenbarometer sowie weiterführende Informationen der Europäischen Kommission finden Sie hier.

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