Consumer Summit 2021

veröffentlicht am 26.03.2021

Großereignis der Europäischen Konsumentenpolitik am Weltverbrauchervertag am 15.3.

Schematische Darstellung einer Personengruppe mit internationalen Flaggen, © Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/openclipart-vectors-30363/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=2026066">OpenClipart-Vectors</a> auf <a href="https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=2026066">Pixabay</a>
Auf Einladung der portugiesischen EU-Präsidentschaft und der Europäischen Kommission trafen am 15.3.2021 über 700 Vertreter/innen aus Verwaltung, Konsumentenschutzverbänden, der Wirtschaft und der Wissenschaft zusammen– diesmal den Umständen entsprechend virtuell –, um die großen Linien der Konsumentenpolitik zu diskutieren.

Die globale Dimension von Problemen wird heute in immer mehr Themenbereichen betont. Europäisch zu denken ist häufig zu wenig, die internationalen Zusammenhänge müssen regelmäßig mitbedacht werden, wenn wirksame Lösungen gefunden werden sollen.

Dies zeigte sich auch beim European Consumer Summit 2021.

Internationale Zusammenarbeit ist notwendig:

Das erste Drittel war verschiedensten Vortragenden gewidmet, die alle den Blick auf internationale Kooperation richteten. Eine Vertreterin der UN-Organisation für Handel und Entwicklung (UNCTAD) wies darauf hin, dass es zwar da oder dort Übereinkommen gebe und auch „Instrumentenkoffer“ vorhanden wären. In der Praxis müsse aber beides mehr mit Leben erfüllt werden.

Der Vertreter der afrikanischen Union bekundete großes Interesse an einer Kooperation mit der EU. Wichtig sei die Verbindung von Handel und Verbraucherschutz. Man müsse einen geeigneten Rahmen für qualitätsvolle und sichere Produkte entwickeln. Afrika wolle aus europäischen Erfahrungen lernen.

Eine Vertreterin des Europäischen Parlaments begrüßte den von der EU geplanten Aktionsplan mit China und die Unterstützung der afrikanischen Staaten. Insbesondere für digitale Produkte seien internationale Standards wichtig, da auch anfangs sichere Produkte mit der Zeit unsicher werden könnten, wie die berühmt gewordene Puppe Cayla zeigte, die das Verhalten ihrer Benutzer/innen ausspionierte.

Seitens der Wirtschaft wird auf die starke Beschleunigung der Globalisierung durch Digitalisierung hingewiesen. Eine grüne und digitale Transformation sei notwendig.

Verbraucherschutzverbände in die Kooperation miteinbeziehen:

Der Europäische Verbraucherschutzverband BEUC forderte ganzheitliche Betrachtungsweisen – Handelspolitik und Verbraucherschutz müssen zusammengedacht werden. Die Verbraucherseite müsse als Partnerin in die Kooperation einbezogen werden.

Verbraucherschutzkommissar Reynders von der Europäischen Kommission sah Bedarf an einem vergleichbaren Schutzniveau von online und offline Geschäften, an globalen Standards, klaren Regelungen für Plattformen und Produktsicherheit. Sehr wichtig sei die Berücksichtigung armutsgefährdeter und besonders schutzwürdiger Verbraucher/innen.

Drei gemeinsame Aktionsfelder für 2021/2022:

In vier anschließenden Workshops und einer abschließenden Plenarsitzung wurden zahlreiche Aktivitäten zur Verbesserung des grünen und digitalen Wandels, der Rechtsdurchsetzung und der Bewältigung der Pandemie diskutiert. Schließlich stimmten 700 Teilnehmende ab und wählten aus 12 Vorschlägen drei Hauptprioritäten, die in gemeinsamer Arbeit von Mitgliedstaaten und Kommission in den kommenden 12 Monaten vorangetrieben werden sollten.

  1. Regulierung der Plattformen, um Scams und unseriöse Praktiken zu unterbinden
  2. Unterstützung der Durchsetzungsbehörden durch elektronischen Tools wie z.B. webcrawler, mit denen betrügerische Seiten identifiziert werden können.
  3. Entwicklung von Standards für den Lebenszyklus von Produkten, damit Umweltbehauptungen auf Daten basieren und nicht in die Irre führen.

Den grünen und digitalen Wandel konsumentenfreundlich gestalten, Verbraucherrechte durchsetzen und international denken – so ließen sich die Botschaften des Konsumentengipfels zusammenfassen. Jetzt heißt es, diese Stück für Stück zu realisieren!


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