Brexit - Voraussichtliche Folgen für Verbraucherinnen und Verbraucher - Teil 2 Finanzdienstleistungen

veröffentlicht am 12.11.2020

Ab dem 1. Jänner 2021 wird sich die Position der Verbraucher/innen gegenüber Großbritannien in einigen Bereichen grundlegend ändern. Hier ein kurzer Überblick, was das für den Finanzdienstleistungsbereich bedeutet.

britische Pfundscheine, © Colin Watts on Unsplash

Verbraucherschutz für Zahlungen und Bankkonten

Übertragungen von Geldern aus Großbritannien in die EU in Form von Überweisungen und Lastschriften in Euro werden nach Ablauf des Übergangszeitraums weiterhin im Rahmen des SEPA-Lastschriftverfahrens (Single Euro Payments Area) abgewickelt. Jedoch sind die in Großbritannien zugelassenen Unternehmen möglicherweise nicht verpflichtet, bestimmte Vorschriften zum Schutz von Zahlungsnutzern einzuhalten. Sie könnten dann z. B. Zuschläge für ausländische KundInnen erheben. Dies kann zu höheren Kosten führen.

Nach EU-Recht können VerbraucherInnen aus der EU nach Ablauf des Übergangszeitraums ein Bankkonto bei einem in Großbritannien zugelassenen Unternehmen nach den einschlägigen rechtlichen Anforderungen Großbritanniens führen. Wenn dieses Bankkonto bei einem in Großbritannien zugelassenen Unternehmen in Großbritannien geführt wird, finden auch die in Großbritannien geltenden Vorschriften zur Einlagensicherung Anwendung.

VerbraucherInnen in der EU können bis zum 31. Dezember 2020 ihre in der EU zugelassenen Banken auffordern, sie bei der Eröffnung eines Zahlungskontos in Großbritannien zu unterstützen.

Nach Ablauf des Übergangszeitraums gelten diese Vorschriften nicht mehr für und in Großbritannien.

Die Bestimmungen zu Konten bei in der EU niedergelassenen Zweigstellen eines britischen Unternehmens sind dem untenstehenden Link zu entnehmen:

Mitteilung der Europäischen Kommission zu Brexit im Bereich Bankdienstleistungen und Zahlungsdienste

Lebensversicherungen

Wer eine Lebensversicherung in Großbritannien abgeschlossen hat, sollte beim Versicherer nachfragen, welche Maßnahmen hinsichtlich des Brexits getroffen wurden, sofern sie/er noch nicht seitens der Versicherung darüber informiert wurde.

Die meisten Versicherungsunternehmen haben inzwischen Tochterunternehmen oder Niederlassungen in Luxemburg, Deutschland oder Frankreich gegründet und die Verträge auf diese übertragen. Er gilt daher europäisches Recht. Falls es noch eine Information gibt, nachfragen, ob die Verträge auf die europäischen Niederlassungen übergehen.

Wurden die Verträge bereits in ein anderes EU-Land übertragen, ist die Kündigung eine ungünstige Option, weil diese mit hohen finanziellen Verlusten verbunden ist.

Unterschiede könnte es vielleicht bei der Insolvenz-Absicherung geben. Siehe hierzu einen Artikel der Stiftung Warentest.

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