Über die Kosten der Bargeldtransaktionen (04.12.2015)

... und wie es bequemer und billiger sein könnte

(C) Hanns A. Abele und Guido K. Schäfer

Nicht erst seit der Krise klagen die Banken über die schlechte Rentabilität der Bargeldtransaktionen. Der verschärfte Wettbewerb mit Konkurrenten aus dem Ausland könnte aber gerade im Bereich der täglichen Zahlungen für KonsumentInnen zu unliebsamen Überraschungen führen. Denn unproduktive Geschäftszweige werden gerne abgestoßen; der Betrieb der Bankomaten könnte in ausländische Hände fallen und damit längerfristig auch der Erhalt des hohen Sicherheitsniveaus in Österreich gefährdet sein. 


Nur 12% der Transaktionen laufen in Österreich bargeldlos ab

Als Vergleich dazu: in Schweden sind es 12%  der Transaktionen, die
bar ablaufen. Und das macht sich im Geschäftsverkehr durchaus bemerkbar. Denn
Bargeld ist im Handling, also der Herstellung, Verteilung und Verwaltung,
teuer.

Gerade bei den Kleinbetragszahlungen sind die ÖsterreicherInnen dem Bargeld
verhaftet. Das  elektronische Geldbörsel "Quick" hatte nur wenige LiebhaberInnen gefunden, bei der Verwendung der NFC-Funktion zeigen sich die ÖsterreicherInnen jetzt nicht mehr  so zurückhaltend - es lässt sich nun, wo praktisch alle eine kontaktlosfähige Karte haben,  eine steigende Tendenz feststellen (9,3 % aller Zahlungen im Oktober).
 


Studie: Bargeld kostet

Und zwar nicht wenig: 0,362% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) kostet den Österreicherinnen das Handling mit dem Bargeld während beim Einsatz von Bankomatkarten nur 0,046% erforderlich sind. Noch dazu steigen die Kosten des Bargeldhandlings proportional zur verwendeten Bargeldmenge, während die Kosten von elektronischen Transaktionen kaum steigen, wenn der Betrag erhöht wird. Würden daher alle Transaktionen nur mehr elektronisch erfolgen, ergäbe sich für die österreichische Volkswirtschaft eine Einsparung von fast 1 Milliarde Euro!

Die Studie des Institute for Analytical Economics der Wirtschaftsuniversität Wien beschäftigt sich auch mit dem zeitlichen Aufwand, den die unterschiedlichen Zahlungssysteme erfordern:

Im Jahr 2013 betrug der zeitliche Aufwand für BargeldzahlerInnen in Österreich 102 Mio Stunden während für Zahlungen mit der Maestro Karte nur 8,2 Mio Stunden aufgewendet wurden.


Maestro-Karte und NFC

Die Betragsgrenze für kosteneffiziente Zahlung liegt derzeit bei 10 Euro - deshalb ist es bereits ab einem Betrag von 10 Euro volkswirtschaftlich günstiger mit Bankomatkarte zu bezahlen.

Durch den Einsatz von Kontaktlostechnologie (NFC) wird dieser Wert noch weiter sinken, da
schon heute rund 9 Mio. Bankomatkarten mit der Kontaktlosfunktion ausgestattet sind. Der Großteil aller Zahlungen insgesamt liegt zwischen 0 und 30 €.

Tragen Sie also zum volkswirtschaftlichem Sparen bei und verwenden Sie möglichst oft elektronische Zahlungsmittel, am schnellsten geht es dabei mit NFC. Für Kleinbetragszahlungen bis € 25,- zahlen Sie kontaktlos sogar ohne PIN. Damit sind Sie schneller und die Sicherheit dieser Zahlungsform wird mittlerweile auch nicht mehr in Frage gestellt.
 


Schnellsuche