Preisdifferenzierungen im Onlinehandel (17.07.2017)

Preisbildung ist nach wie vor nicht nachvollziehbar

(C) opodo, amazon, AUA, Lufthansa, Booking.com, heine, airberlin

"Ein Flug kostet, mit einem Apple-Computer gebucht, mehr als derselbe Flug, der mit einem Windows-Gerät gekauft wurde." - „urban legend" oder Wahrheit?

Eine eindeutig richtige Antwort gibt es nicht. Sicher ist aber, dass im Onlinehandel das sogenannte „dynamic pricing" Einzug gehalten hat. Welche Kriterien dafür in die Preisbildung einbezogen werden, ist unklar. Vermutet wird, dass einerseits die benützten Endgeräte, andererseits aber persönliche Daten in die Preisgestaltung miteinbezogen werden. 

Fixe Listenpreise könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Versuche, diesem dynamischen Ansatz auf den Grund zu gehen und allgemein gültige Kalkulationsansätze zu finden, führten bislang zu keinen befriedigenden Ergebnissen.


AK-Test

Im März 2017 führte die Arbeiterkammer Wien nun einen Test zu Preisdifferenzierung im Online-Handel (siehe unten im Download) durch. 7 Websites, 10 Tage, 20 Endgeräte - geprüft wurden die gängigen Annahmen: inwieweit sind die Preisdifferenzierungen abhängig vom Endgerät, dem geographischen Standort, der Tageszeit und der aktuellen Wettbewerbssituation von Angebot und Nachfrage sowie dem vorherigem Suchverlauf im Browser.

Ergebnisse

Es wurden Flüge und Hotels gebucht, Waren eingekauft. Und das Ergebnis?

Wovon der für einzelne KonsumentInnen angezeigte Preis tatsächlich abhängt, bleibt weiterhin kaum nachvollziehbar. Es konnte im Rahmen dieser Studie beispielsweise kein Zusammenhang zwischen einem bestimmten Endgerät und dem angezeigten Preis festgestellt werden, noch konnten Preisänderungen auf sonstige Faktoren zurückgeführt werden.


Für die Zukunft

Fest steht, dass häufige Preisänderungen im E-Commerce mittlerweile etabliert sind und sicher auch in Zukunft eine große Rolle spielen werden. Bei Flug- und Hotelanbietern ist der Einsatz von Dynamic Pricing seit Jahren gängige Praxis.

Aus Sicht der KonsumentInnen ist das Thema jedenfalls ein emotionales. Die Angst vor Benachteiligung und die fehlende Transparenz über oft rasch wechselnde Preise schürt Misstrauen.

Rechtliche Regelungen gibt es in diesem Bereich noch nicht. Bis dahin bleibt also den cleveren KonsumentInnen nichts anderes übrig als in regelmäßigen Abständen die Cookies und den Browserverlauf zu löschen und sich bei ihrer Onlinesuche flexibel zu zeigen.


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