Geld und Schuld (15.01.2013)

Ein Buch für BürgerInnen mit Sorge um das Geld und seine Verwendung

Quelle: Metropolis Verlag

Raimund Dietz ist ein vielseitiger Mann: er bezeichnet sich nicht nur als Geldphilosoph, sondern ist auch diplomierter Volkswirt und hat Politik und Mathematik studiert. Sein Wissen gibt er auch gerne weiter, einerseits als Coach und Berater, andererseits in Büchern, wie das hier beschriebene. Da werden durch das Aufbrechen der traditionellen ökonomischen Theorie Auswege aus einer überkapitalisierten Welt gezeigt. Im Mittelpunkt steht die ursprüngliche Funktion des Geldes als Tauschobjekt, das von den Subjekten erkannt und sinnvoll genutzt wird.

Dietz ruft die Menschen auf "sich mit dem Geld auszusöhnen" und ihm eine Rolle in einer "guten menschlichen Ordnung" zu geben. Es ist wichtig zu wissen, was Geld ist, wie Schulden entstehen und wieder abgebaut werden und wer in welchem Ausmaß Schulden machen darf. Es ist wesentlich die Wirkungsmächtigkeit des Geldes zu kennen und es weder zu verharmlosen noch es als Bedrohung der eigenen Humanität zu sehen. Denn sehr wohl kann Geld einer Bürgergesellschaft auch als Mittel der Humanität dienen.

Natürliche Kreditnehmer sind laut Dietz nur Unternehmen. Sie müssen ihre Produkte vorfinanzieren, erschaffen aber durch den Mehrwert ihrer Produkte das nötige Wachstum. Denn nur wenn Schulden reales Wachstum nach sich ziehen, sind sie makroökonomisch tragbar.

Der Autor gibt letztlich auch Anleitungen wie eine aufgeklärte Gesellschaft mit Schulden umgehen sollte und wie die Finanzwirtschaft zu beschneiden und zu ordnen wäre.

Ein beachtenswerter Zugang, der das Thema Nachhaltigkeit in die Ökonomie des Geldes einbringt.

Raimund Dietz
Geld und Schuld - Eine ökonomische Theorie der Gesellschaft
3. Auflage, 2013, 452 Seiten
Metropolis Verlag
ISBN 978-3-89518-954-8


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