Damit Ihnen Ihre Euros nicht davonschwimmen - Teil 2 (03.02.2012)
Das kleine Ein mal Eins der Finanzprodukte
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Nachdem wir Ihnen in unserem ersten Teil des kleinen Finanzprodukte-Ein mal Eins einen generellen Überblick über die einzelnen Anlageformen gegeben haben, geht es heute darum, welches Produkt sich für Ihren konkreten Fall am besten eignet und woran Sie seriöse VermittlerInnen erkennen.
Was lässt meine Lebenssituation zu?
Gleich wie beim Kauf eines Autos oder einer Wohnung sollten sich KonsumentInnen auch bei der Entscheidung für ein bestimmtes Finanzprodukt Gedanken über Ihre persönlichen Verhältnisse und ihre Zukunft machen. Am wichtigsten ist die Frage, welches Ziel ich mit der Investition verfolge. Wie viel kann ich monatlich auf die Seite legen? Wird sich meine finanzielle Lage demnächst ändern? Habe ich so viel Kapital, dass ich den Verlust eines Teils verschmerzen kann? Je nachdem wie diese und ähnliche Fragen beantwortet werden, wird man mehr Wert auf Sicherheit, Verfügbarkeit oder Ertragschance legen.
So sollte man sich bei einer eher unsicheren Zukunft oder bevorstehenden finanziellen Verschlechterungen nicht über Jahre hinweg mit hohen verpflichtenden Zahlungen binden. Zudem ist in diesem Fall besonders davon abzuraten, sein Geld in risikoreiche Anlageformen zu stecken. Sparprodukte mit jederzeitiger Verfügbarkeit oder kurzfristige sichere Anleihen sind hier wohl die beste Wahl. Hat man demgegenüber ein ausreichendes finanzielles Polster, dann spricht nichts gegen eine mehrjährige Vertragsdauer. Ein Teil des Geldes kann diesfalls auch in risikoreichere Produkte investiert werden. Die Ertragschance lässt sich dadurch erheblich steigern. Allerdings muss man hier auch die Nerven bewahren und darf nicht bei jeder Kursänderung eines Wertpapiers in Panik geraten.
Von wem sollte ich mich beraten lassen?
Finanzprodukte werden entweder über Banken oder über VermittlerInnen vertrieben. Während Banken wohl meist eigene Produkte verkaufen wollen, bieten Ihnen die meisten VermittlerInnen eine größere Auswahl. Sie sollten auch über Produkt- sowie Marktkenntnis verfügen und Ihnen nach Analyse Ihrer persönlichen Verhältnisse die je nach wirtschaftlicher Situation beste Anlageform empfehlen. Allerdings ist VermittlerIn nicht gleich VermittlerIn. Die Zahl der unterschiedlichen Beratertypen ist groß. Die Palette reicht von VersicherungsmaklerInnen bis hin zu Wertpapierfirmen und gewerblichen VermögensberaterInnen. Was sie vermitteln dürfen, welche Verpflichtungen sie dabei haben und welche Ausbildung ihrer Tätigkeit vorausgeht, ist unterschiedlich. Deshalb sollte man sich vor Vertragsabschluss immer erkundigen, mit wem man es im konkreten Fall zu tun hat und welches Produktspektrum überhaupt angeboten wird.
Doch selbst wenn man solche Erkundigungen eingeholt hat, ist blindes Vertrauen fehl am Platz. Einige Faustregeln sollen Ihnen helfen.
- 1. Schon bei der Kontaktaufnahme können unseriöse VermittlerInnen als solche entlarvt werden. Wenn Sie ohne vorherige Zustimmung besucht oder telefonisch kontaktiert werden, raten wir Ihnen von einem Vertragsabschluss dringend ab. Derartige Methoden sind verboten!
- 2. Sind Sie von sich aus an VermittlerInnen herangetreten, gibt es aber immer noch viel zu beachten. Dabei ist das oberste Gebot, sich nie unter Druck setzen zu lassen. Wenn sich VermittlerInnen Zeit für Sie nehmen, auf Ihre Fragen und Bedenken bereitwillig eingehen und Ihnen verständliche Informationen bieten, ist dies zumindest ein Indiz für deren Seriosität. Sollten Sie also zu schnellen Vertragsabschlüssen gedrängt werden, Finger weg!
- 3. Weiters müssen VermittlerInnen ein genaues Personalprofil von Ihnen erstellen und ein Beratungsprotokoll anfertigen. Davon sollte man Ihnen auch Kopien aushändigen. Besonders wichtig ist hierbei, nie ein leeres oder den vorhergehenden Beratungen widersprechendes Protokoll zu unterzeichnen.
- 4. Wenn Risiken kleingeredet werden, sollten Sie ebenfalls vorsichtig sein und sich solche Aussagen schriftlich bestätigen lassen. Lehnen VermittlerInnen das ab, sollten Sie auf das Produkt und möglicherweise auch auf die Vermittlung durch diese Person verzichten.
- 5. Auch ist Vorsicht geboten, wenn VermittlerInnen Ihnen die Auflösung bestehender kapitalbildender Versicherungsverträge nahelegen. Da dies für gewöhnlich mit Kosten verbunden ist, haben neue Versicherungsverträge meist nur den Sinn, den VermittlerInnen Provisionen zu verschaffen.
- 6. Zudem sollte Ihnen genau gesagt werden, wie viel Ihres Geldes tatsächlich veranlagt wird und was Sie für Provisionen, Verwaltungskosten oder Sonstiges bezahlen.
- 7. Schließlich raten wir Ihnen, VermittlerInnen zu meiden, die pauschale Vollmachten erteilt haben möchten oder verlangen, dass Gelder auf ihr Privatkonto überwiesen werden.
- 8. Bevor es zum Vertragsabschluss kommt, sollten Sie jedenfalls auch zusätzliches Informationsmaterial von Ihrer/Ihrem VermittlerIn erhalten, um sich alles noch einmal in Ruhe überlegen zu können oder gegebenenfalls den Rat eines/einer Dritten einzuholen.
Wenn Sie all diese Ratschläge beherzigen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Sie auf unseriöse VermittlerInnen hereinfallen. Sollten Sie noch weitere Informationen zum Thema Veranlagung benötigen, finden Sie diese in den einschlägigen Foldern des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz unter

