Nachhaltiger Konsum
Das Prinzip der Nachhaltigkeit zielt auf einen zukunftsfähigen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen ab, indem nur deren Erträge genutzt werden, ohne dass die Substanz gefährdet wird. Eine nachhaltige Entwicklung (sustainable development) nimmt darauf Bedacht, dass die Menschheit nur soviel verbrauchen darf, wie im gleichen Zeitraum nachwächst oder auf eine andere Weise wieder hergestellt werden kann. Das Wort „Nachhaltigkeit" stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft, wo bei einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung nur soviel Holz geschlagen werden darf, wie durch Wiederaufforstung nachwachsen kann.
Die Berücksichtigung und das Zusammenspiel der drei Säulen Ökologie, Ökonomie und soziale Gerechtigkeit sind Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung.
Für einen nachhaltigen Konsum müssen diese drei Aspekte bei der Herstellung, beim Vertrieb, bei der Benützung beziehungsweise beim Verbrauch und auch bei der Entsorgung von Waren berücksichtigt werden. So sollten also nachhaltige Produkte sowohl sozial gerecht als auch unter Schonung der Natur produziert und eingekauft werden, keine langen Transportwege haben und so verpackt sein, dass möglichst wenig Abfall erzeugt wird. Nachhaltiger Konsum setzt daher auch gewisse Verhaltensänderungen und einen umwelt- und sozialverträglichen Lebensstil voraus. Ziel dabei ist es, die menschlichen Bedürfnisse durch eine ressourcenschonende Lebensweise zu befriedigen und dabei Rücksicht auf die Zukunft und eine gerechte Ressourcenaufteilung zu nehmen.
Europäische Nachhaltigkeitsstrategie
Im Rahmen der Europäischen Nachhaltigkeitsstrategie haben die Mitgliedstaaten den Auftrag, Ziele festzusetzen und Projekte zu unterstützen, mit denen diese Strategie umgesetzt werden kann. Im Bereich der Ökologie geht es um die Förderung von kurzen Transportwegen, Abfallminimierung, umweltschonende Produktion, sparsamen Gebrauch der Energie, Recycling und dergleichen. Zur sozialen Säule zählen zum Beispiel Maßnahmen und Initiativen in Richtung Vollbeschäftigung, Beschäftigung von älteren Arbeitskräften, Kinderbetreuung, Gleichstellung sowie die Unterstützung von fairen Produktions- und Handelsbedingungen auch in außereuropäischen Staaten. Die Beachtung und Berücksichtigung von „Productive Aging", „Gender Mainstreaming" und „Diversity Management" ist mittlerweile bei fast allen europäischen Vorhaben und Projekten selbstverständlich geworden.
Ökologischer Fußabdruck
Die ökologischen Grenzen der Erde werden durch das Konzept des ökologischen Fußabdrucks (Footprint) verdeutlicht. Dieses Rechenmodell wurde als Maßstab für den globalen Ressourcenverbrauch entwickelt. Dabei wird der Flächenbedarf für das Nachwachsen von Rohstoffen und den Abbau von Abfällen (wie beispielsweise Wald zur Bindung von CO2) dem Verbrauch von Ressourcen gegenüber gestellt. Je größer der ökologische Fußabdruck einer Person beziehungsweise eines Landes ist, desto mehr wird die Umwelt beansprucht.
Jede/r einzelne KonsumentIn kann zur Verkleinerung des persönlichen ökologischen Fußabdrucks und somit zur Zukunftsfähigkeit der Welt mit dem eigenen Einkaufsverhalten und dem individuellen Lebensstil beitragen.
Wirtschaftlicher Wohlstand sowie soziale Gerechtigkeit und Zusammenhalt sind langfristig nur dann möglich, wenn die Natur als Lebensgrundlage erhalten bleibt. Bei der Umsetzung von ökologischen Maßnahmen sind auch ökonomische und soziale Aspekte zu berücksichtigen. In der Praxis ist die ökologische Produktion von Waren nämlich nur dann verwirklichbar, wenn sie für die KonsumentInnen erschwinglich bleibt und wenn auch die sozialen Umstände der Herstellung fair und akzeptabel sind.
Mit Ihrem Verhalten als VerbraucherIn können Sie einen wichtigen Beitrag für einen nachhaltigen Konsum leisten. Verwenden Sie nachhaltige Produkte, die sich durch umweltverträgliche Produktion und Entsorgung, ressourcenschonende Nutzung und kurze Transportwege auszeichnen. Kaufen Sie möglichst nur Dinge, die langlebig und wieder verwertbar sind.
PLATTFORM FOOTPRINT – VEREIN ZUR FÖRDERUNG DES BEWUSSTSEINS FÜR DEN ÖKOLOGISCHEN FUßABDRUCK
Schusswallgasse 2/2/9, 1050 Wien
Telefon:
0664 121 07 61;
office@footprint.at
www.footprint.at
Das Buch der 7 Siegel – Was uns Gütesiegel versprechen, was sie halten und brechen
2008
Erhältlich bei OEDAT/Soyka Oeko-Datenbank Oesterreich
Kosten: € 9,90
www.oekoweb.at
Nachhaltiger Konsum und Lebensstile
Erhältlich beim Umweltdachverband
www.umweltbildung.at
Konturen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung
2009
Erhältlich beim Umweltdachverband, Kosten € 8,00
www.umweltbildung.at
Eine Welt ist nicht genug - ökologischer Fußabdruck
2008
Erhältlich beim Umweltdachverband
www.umweltbildung.at
Der Ökologische Fußabdruck der Stadt Wien
2006
Erhältlich bei der MA 22 – Umweltschutz
www.wien.gv.at/umweltschutz/nachhaltigkeit/fussabdruck/
Footprint – Der ökologische Fußabdruck Österreichs
2008
Erhältlich beim Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
publikationen.lebensministerium.at
www.nachhaltigkeit.at
Österreichisches Nachhaltigkeitsportal, das vom Umweltministerium initiiert wurde
www.mein-fussabdruck.at
Website des Umweltministeriums zur Berechnung des ökologischen Fußabdrucks
www.energytech.at
Plattform für innovative Technologien in den Bereichen Erneuerbare Energie und Energieeffizienz, betreut von der Österreichischen Energieagentur

