Internet Ombudsmann und Watchlist Internet - Jahresbericht 2016 (19.05.2017)

6.000 Kontakte rund um Online-Käufe

(c) Internetombudsmann

Online-Shopping in Österreich wird immer beliebter. KonsumentInnen schätzen nicht nur, dass sie unabhängig von Öffnungszeiten bequem einkaufen können, sondern auch das immer größer werdende Angebot im Internet.

Mitunter kann der Interneteinkauf aber auch Probleme mit sich bringen. Welche genau, zeigt der aktuelle Jahresbericht 2016 des Internet Ombudsmanns.

So gab es im Jahr 2016 mehr als 3.700 Beschwerden, wobei vor allem Abo-Fallen, Vertragsstreitigkeiten und Lieferprobleme im Fokus standen.

Darüber hinaus wurden etwa 2.300 Anfragen rund um den Internetkauf beantwortet.

Beschwerden am Prüfstand!

2016 konnte ein erheblicher Anstieg bei Beschwerden über Abo-Fallen (36 %), wie z.B. Routenplaner oder Kochrezeptdienste etc. beobachtet werden.

Weitere Beschwerdegründe waren Vertragsstreitigkeiten (24 %), wie z.B. Probleme beim Vertragsrücktritt, Unklarheiten über das Zustandekommen eines Vertrages oder automatische Vertragsverlängerungen. Probleme dieser Art bereiten vor allem Dienstleistungen wie Online-Partnervermittlungen oder sonstige interaktive Online-Angebote wie Fitness-Planer oder Sprachkurse.

Auch 2016 waren Schreiben von (angeblichen) Inkassobüros ein Thema; so z.B. rund um das Diät-Produkt „FatKiller" der Aliaz Cooperation SIA, das sich zur Eintreibung angeblicher Forderungen eines Inkassoinstituts mit fragwürdigen Methoden bediente.


Internet Ombudsmann als staatlich anerkannte Streitschlichtungsstelle

Seit 9. Jänner 2016 bietet der Internet Ombudsmann als staatlich anerkannte Schlichtungsstelle, nun nach dem Alternativ-Streitbeilegungsgesetz (AStG) ein neues Schlichtungsverfahren für KonsumentInnen an.

Im Jahre 2016 wurden im Rahmen von AStG-Schlichtungsverfahren, jedoch nur  rund 300 Fälle vom Internet Ombudsmann bearbeitet, was darauf zurückzuführen ist, dass es eher nur wenige Probleme mit Einkäufen bei österreichischen Online-Shops gibt.


Watchlist Internet: Prävention gegen Beschwerden

Neben der Beratung und Streitschlichtung durch den Internet Ombudsmann, hat sich die Watchlist Internet zwischenzeitlich als wichtige unabhängige Informationsplattform zur Prävention von Internet-Betrug und betrugsähnlichen Online-Fallen in Österreich etabliert.

Online-Fallen und Internet-Betrug sind weiterhin eine große Herausforderung für KonsumentInnen. So waren im Jahre 2016 vor allem Fake-Shops, Markenfälschungen, Abo-Fallen und die Verbreitung von Schadsoftware wichtige Themen.

Besonders relevante Entwicklungen gab es rund um das Thema gefälschte E-Mails: BetrügerInnen von Phishing-E-Mails missbrauchen zunehmend heimische Marken, wie z.B. A1, Post AG oder Bank Austria, um KonsumentInnen in eine Phishing-Falle zu locken.

Insgesamt verzeichnete die Watchlist Internet im Jahr 2016 mehr als 930.000 BesucherInnen - über 100.000 Zugriffe mehr als im Jahr 2015. Seit dem Start des Internet Ombudsmanns im Juli 2013 wurden insgesamt 760 redaktionelle Warnmeldungen auf der Watchlist Internet veröffentlicht.

Zu den Erklärungsvideos des Internet Ombudsmanns zu gängigen Online-Fallen geht es hier.


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