Erfolgreiches Jahr für die Agentur für Passagier- und Fluggastrechte (13.09.2017)

Schlichtungsverfahren schnell und erfolgsversprechend

© Cover: apf Jahresbericht 2016

Die Agentur für Passagier- und Fluggastrechte (apf) zieht auch für 2016, dem zweiten Jahr ihrer Tätigkeit, positiv Bilanz. Die staatlich anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle verhilft Fahrgästen und Flugreisenden im Bahn-, Bus-, Schiffs- und Flugverkehr kostenlos zu ihrem Recht, wenn direkte Gespräche mit den Verkehrsunternehmen scheitern. Schwerpunkt der Schlichtungstätigkeit sind Unternehmen mit Sitz in Österreich.


Bilanz Beschweren und Anfragen

Im letzten Jahr gingen 3.257 Beschwerden und Anfragen bei der apf ein:

• 2.404 im Flug-,
• 765 im Bahn-,
• 80 im Bus- sowie
• 8 im Schiffsverkehr.

In insgesamt 1.826 Fällen wurden Schlichtungsverfahren eingeleitet, welche durchschnittlich bereits nach 34,6 Tagen abgeschlossen waren und zu 82 % mit einer Einigung zwischen den Parteien endeten.


Größter Schlichtungsbedarf im Flugsektor

Mehr als zwei Drittel (1.278) der geführten Schlichtungsverfahren bezogen sich auf den Flugbereich. Wie bereits im Vorjahr waren die häufigsten Verfahrensgründe:

  • Flugannullierungen (56 %)
  • Verspätungen (37 %) sowie
  • Nichtbeförderung (6 %) .

19 % der Verfahren wurden materiell eingestellt, in zwei von drei Fällen, weil außergewöhnliche Umstände vorlagen.

Die Schwerpunkte der Schlichtungstätigkeit waren Alternativbeförderung bei Flugausfällen, Rechte bei einem Turnaround (das Flugzeug kehrt zum Abflugort zurück), No-Show-Regelungen (der Passagier lässt einen von mehreren gemeinsam gebuchten Flügen verfallen), Flugzeitänderungen sowie Rechte von Menschen mit Behinderung oder Mobilitätseinschränkung.

In 43 Fällen erstattete die apf Verwaltungsstrafanzeigen, weil sich die Fluglinien nachdrücklich nicht an die Fluggastrechteverordnung hielten bzw. die Mitwirkung an Schlichtungsverfahren verweigerten.


Sehr gute Zusammenarbeit im Bahnbereich

Im Bahnbereich blieben die Problemfelder ebenfalls unverändert. Die Mehrheit der 527 Schlichtungsverfahren thematisierte:

  • Fahrpreiserstattungen (48 %), insbesondere von Sparschiene-Tickets
  • Verspätungsentschädigung, Entschädigung (18%) und
  • Strafe, Inkassoforderung (7 %).

In 95 % aller Verfahren konnte eine Einigung erzielt werden. Kein Unternehmen verweigerte die Mitwirkung am Schlichtungsverfahren.

Die Schwerpunkte der Schlichtungstätigkeit bildeten unter anderem Verspätungsentschädigungen für Jahreskarten (wichtig für Pendler), der ÖBB-Online-Ticketshop, Probleme bei der Online-Sitzplatzreservierung und bei der Erstattung von Online-Tickets sowie Verlängerung der Vorteilscard/Österreichcard.


Einigungsgrad im Busbereich geringer

Von den 21 Schlichtungsverfahren im Busbereich im Jahr 2016 konnte in 12 % keine Einigung erzielt werden. Die Hauptgründe für die geführten Verfahren waren:

  • Annullierungen (39 %)
  • verspätete Abfahrten (17 %) sowie
  • Nichtbeförderungen (11 %).

Die Hälfte der im Jahr 2016 abgeschlossenen Verfahren wurde mit Flixbus und Hellö geführt. 


Neuer Blog

Neben zahlreichen Informationen auf ihrer Website bietet die apf seit Februar 2016 zudem einen Blog an, in dem aktuelle Themen betreffend Passagier- und Fahrgastrechte behandelt werden.

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