Das Konsumentenbarometer 2017 (14.10.2017)

Daten zum Konsumverhalten der ÖsterreicherInnen

© Sozialministerium, Frage: Aus welchen Quellen holen Sie vor Kaufentscheidungen Informationen über Produkte und Dienstleistungen?

Die Meinung der österreichischen Bevölkerung über konsumrelevante Entwicklungen und Umstände ist der Sektion Konsumentenpolitik im Sozialministerium seit langem ein Anliegen. Daher werden seit mehr als 20 Jahren die Zufriedenheit, das Verhalten und die Kenntnisse der KonsumentInnen abgefragt, um bei Bedarf bei politischen Verhandlungen auf diese Ergebnisse zurückzugreifen. 

Die alle zwei Jahre von renommierten Meinungsforschungsinstituten durgeführten Umfragen ergeben über die Jahre gesehen eindeutige Trends.
Hier ein paar Highlights aus dem Jahr 2017; die gesamte Umfrage mit allen Daten und Tabellen finden Sie im Anhang.


Problemhäufigkeit und Beschwerdeverhalten

Nur 11 % der Befragten gaben an, Probleme beim Einkauf bzw. der Inanspruchnahme einer Dienstleistung gehabt zu haben. Wenn man die Daten über einen längeren Zeitraum betrachtet, ist eine positive Entwicklung festzustellen: im Jahr 2009 gaben noch 21 % an, Probleme mit Produkten und 18 % Anlass zur Beschwerde bei Dienstleistungen zu gehabt haben. Die Zahl jener, die in letzter Zeit Probleme mit Unternehmen hatten, ist in den letzten 8 Jahren also kontinuierlich gesunken bis auf ein Viertel!

Das Beschwerdeverhalten ist sehr unterschiedlich: Überdurchschnittlich hoch ist der Beschwerdeanteil bei den unter 30-Jährigen (16 %); bei den ab 60-Jährigen beläuft er sich hingegen auf nur 5 %.

Was die Bekanntheit und Inanspruchnahme von allgemeinen Informations- und Beschwerdestellen betrifft, ist diese gegenüber der letzten Umfrage ein wenig zurückgegangen. Erklärlich ist das einerseits mit der geringeren Häufigkeit von Beschwerden, andererseits aber auch  durch die Tatsache, dass es mittlerweile auf Grund von EU-Richtlinien zahlreiche Verbraucherschlichtungsstellen gibt, zB. für den Bereich des öffentlichen Verkehrs.


Online Information und Einkäufe

Interessant ist die Beobachtung des Umgangs mit dem Internet zwecks Einkaufsrecherche: Während die Entwicklung zwischen 2006 und 2009 rasant voranging (von 22% auf 61%) stagniert sie in letzter Zeit nahezu (Zunahme von nur 2%-Punkten auf 68% innerhalb der letzten 4 Jahre).
Stärker wächst die Kommerzialisierung der sozialen Netzwerke: 26% geben an, dass sie sich häufig oder zumindest gelegentlich z.B. über Facebook über Produkte informieren (2013 waren es erst 12%). Dennoch steht die zumindest gelegentliche Beratung im Geschäft mit 65% der Befragten immer noch an zweiter Stelle.

Zwei Drittel der Befragten geben an, schon einmal im Internet eingekauft oder kostenpflichtige Downloads erworben zu haben; damit ist gegenüber 2013 die Anzahl nur um 5%-Punkte gestiegen, gegenüber 2011 aber um 30%-Punkte. 

Offenbar sind die KonsumentInnen jetzt auch öfter auf Seiten von ausländischen Anbietern unterwegs: während es 2011 noch 38% waren, die das ausgewählte Objekt ihrer Wünsche nicht kaufen konnten, weil ihr Wohnsitz Österreich ist, waren es 2017 schon  49%. Geo-Blocking ist also auf dem Vormarsch!


Versorgungsleistungen

Bei Energieversorgung, Festnetztelefon, Mobiltelefon, Internetprovider, Briefpost, Paketpost, Eisenbahn, und regionalen öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es keine Monopolstellungen mehr. Trotz des breiten Angebots sind die Konsumentinnen aber beim Anbieterwechsel zurückhaltend.

Einen tatsächlichen Wechsel haben 51 % der Befragten bei der Mobiltelefonie und 34 % beim Internetprovider vorgenommen. Bei anderen Versorgungsleistungen wie Strom (30 %), Festnetztelefonie (21 %), Paketpost (13 %), Gas (9 %) und Briefpost (4 %) gibt es noch viel Spielraum nach oben. Hier scheint der Wettbewerb noch nicht ausreichend zu funktionieren.


Rund ums Geld

Eher besorgniserregend ist die Entwicklung der privaten Pensionsvorsorge. 22 % der Befragten haben keinerlei zusätzliche Vorsorgeleistungen abgeschlossen. Davon sagen 28 %, dass sie sich eine private Pensionsvorsorge nicht leisten können. bei der Umfrage 2013 waren es nur 11 %, die keine Pensionsvorsorge hatten. Außer bei den Investmentfonds, die mit 11% gleichgeblieben sind, gab es bei allen abgefragten Veranlagungen einen deutlichen Rückgang um bis zu 20%-Punkte (dies beim Bausparvertrag).

Die Folgen der Finanzkrise sind wohl noch spürbar, denn die wichtigste Eigenschaft eines Vorsorgeprodukts ist für 61 % die Sicherheit. Dazu kommt, dass 60 % kein ideales Vorsorgeprodukt am Markt sehen und nur 39% verstehen, warum sich ihr Vorsorgeprodukt in eine positive oder negative Richtung entwickelt.

Anlässlich der Diskussion um Bankomatgebühren wurde eine neue Frage eingefügt. Bei 3 Varianten von möglichen Girokonto-Verträgen wurde von den meisten Befragten die Version gewählt, die dem Basiskonto entspricht: Übliche Leistungen exkl. Kreditkarte, keine Überziehung des Kontos, Kosten 80 Euro im Jahr, inkl. unbegrenzt kostenfreien Abhebungen an Bankomaten.


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