Bananen (01.02.2012)
Ein zweifelhafter Genuss
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Gelb, süß und krumm - es gibt wohl kaum eine österreichische Obstschüssel, in der die Banane nicht zu finden ist. Sie gehört zum Alltag und ist Teil des Grundsortiments jedes Supermarkts. Deshalb ist sich auch kaum jemand des weiten Weges bewusst, den die beliebte Tropenfrucht zurücklegt, bevor sie in Europa landet. Noch weniger weiß man über die Umstände Bescheid, unter denen sie angebaut wird. Daran haben Konzerne wohl auch ein großes Interesse, würde die Frucht sonst nämlich sehr schnell einen bitteren Beigeschmack bekommen.
Bananen wachsen auf Stauden in den Tropen und Subtropen. Der Großteil der Anbaugebiete liegt in den so genannten Entwicklungsländern Asiens und Südamerikas, tausende Kilometer von Österreich entfernt. Ökologisch gesehen ist ihr Verzehr also schon deswegen fragwürdig.
Ein weit größeres Problem als die langen Transportwege stellt aber wohl die Art des Anbaus der Bananen dar. Anders als in Europa, wo viele Pestizide aufgrund ihrer Giftigkeit verboten sind, darf in Ländern wie Costa Rica oder den Philippinen beinahe alles versprüht werden. Die Chemikalien, die sich in dicken Schichten über die Pflanzen legen, verursachen Atemnot, Ausschläge, Übelkeit, Herzrasen und Hustenattacken; den Pestiziden wird auch die Verursachung von Krebs zugeschrieben.
Diesem Schicksal kann sich die lokale Bevölkerung kaum entziehen. PlantagenarbeiterInnen sind dringend auf die Arbeit angewiesen, selbst wenn sie für gewöhnlich nur Hungerlöhne erhalten. Daher ertragen sie es auch, ohne Schutzkleidung zu arbeiten. Doch selbst wenn man versucht abseits der Bananenplantagen über die Runden zu kommen, muss man mit den Pestiziden leben. Da diese von Flugzeugen versprüht werden, wird der Nebel mehrere Kilometer über das „Zielgebiet" hinweggetragen. Das Grundwasser wird verseucht und der Reis- und Getreideanbau unmöglich. Da immer mehr Flächen für neue Bananenplantagen gerodet werden, ist auch kein Ende des Problems in Sicht.
Der Grund allen Übels sind die globalen Frucht- und Supermarktkonzerne. Diese üben extremen Druck auf die lokalen Produktionsbetriebe aus, da nur makellose Bananen in die westliche Welt exportiert werden. Diese sollen zudem so günstig wie möglich sein.
Will man an dieser Situation etwas ändern, muss man als KonsumentIn jedoch keinesfalls auf den Genuss von Bananen verzichten. Nicht jede Banane stammt nämlich aus Plantagen in denen Mensch und Umwelt mit Füßen getreten werden. So genannte Fairtrade Bananen werden mittlerweile in praktisch jedem Supermarkt angeboten. Bei diesen können sie sicher sein, dass sie aus biologischem Anbau stammen und PlantagenarbeiterInnen bzw. KleinbäuerInnen einen angemessenen Lohn bei menschenwürdigen Bedingungen erhalten.
Mehr Informationen zu Fairtrade-Bananen finden Sie unter:

