Weihnachtseinkauf ohne Hindernisse (15.12.2017)

Tipps für Jugendliche

© Sebastian Hofschläger / pixelio.de

Bevor weihnachtliche Ruhe einkehrt, stehen noch zwei lange Einkaufsamstage bevor. Zeit und Gelegenheit genug, sein Geld für Geschenke oder für die Erfüllung eigener Wünsche auszugeben. Hier einige Tipps, was man beim Weihnachtseinkauf berücksichtigen sollte!

Geschäftsfähigkeit

Nachdem dieser Artikel speziell Jugendlichen unter 18 Jahren gewidmet ist, stellt sich natürlich die Frage nach der Geschäftsfähigkeit.

Unternehmen können (und sollten) beim Abschluss mancher Geschäfte, vor allem wenn es um größere Anschaffungen und Ausgaben geht, die Zustimmung der Erziehungsberechtigten, in der Regel der Eltern, verlangen.

Solange ihr also nicht volljährig sein, solltet ihr bei größeren Einkäufen die Zustimmung eurer Eltern dazu haben.
Am besten geht es der Gruppe der 14-18 Jährigen: Sie dürfen über das, was sie verdienen oder über das, was ihnen zur freien Verfügung steht (z.B Taschengeld, Geldgeschenke, etc.), soweit verfügen als die Befriedigung der Lebensbedürfnisse dadurch nicht gefährdet ist. Auch das kann aber im Einzelfall schwierig zu beurteilen sein.

Also letztlich auch hier: um auf der sicheren Seite zu sein, fragt eure Eltern nach ihrem Einverständnis.


Tipp 1: Umtausch vereinbaren

Gehen wir mal davon aus, dass dir genug Geld zur Verfügung steht, das eine oder andere Geschenk für Weihnachten zu kaufen. Daneben gibt es aber auch rechtliche Aspekte, wie z.B die Frage des Umtauschs und der Rückgabe von Waren- eine häufig gestellte Frage in der Konsumentenberatung.

Wenn du nicht sicher bist, ob z.B. der Pullover, den du deiner Freundin zu Weihachten gekauft hast, passt oder gefällt und du deswegen gern für sie die Möglichkeit hättest, die Ware umzutauschen, dann musst du ein Umtauschrecht ausdrücklich vereinbaren!

Auch wenn viele der großen Handelsketten bereits Umtausch- und Rückgaberechte einräumen - Du hast keinen gesetzlichen Anspruch darauf! Findest du z.B. auf der Rechnung nach dem Einkauf keinen Hinweis auf ein Umtausch- oder Rückgaberecht, dann kannst Du es auch nicht einfordern.

Achtung: Umtauschrecht bedeutet nicht automatisch Geld-zurück! Nachdem Dir das Unternehmen ein Umtauschrecht freiwillig einräumt, musst Du auch dessen Bedingungen akzeptieren.


Tipp 2: Du hast ein Rücktrittsrecht beim Kauf im Internet!

Möchtest du sicher sein, dass du die Ware zurückschicken kannst, dann ist ein Kauf im Internet vielleicht das Richtige. Denn kauft man etwas zB im Internet oder per Bestellkarte im Versandhandel (sog Fernabsatzvertrag, dh die beiden Vertragspartner sind bei Vertragsabschluss nicht gleichzeitig im gleichen Raum anwesend) hat man grundsätzlich 14 Tage Zeit, den Rücktritt vom Vertrag zu erklären (die Frist verlängert sich auf ein Jahr, wenn du nicht oder nicht richtig über Dein Rücktrittsrecht belehrt wurdest).

Achtung: Es gibt zahlreiche Ausnahmen vom Rücktrittsrecht im Fernabsatz! So gibt es kein Rücktrittsrecht z.B. bei entsiegelter Computersoftware oder Verträgen über Freitzeitdienstleistungen, wie z.B. bei Konzertkarten!

Es können Rücksendekosten entstehen, darüber muss aber der Onlinehändler informieren! Ohne Information kannst du die Ware kostenlos zurückschicken.


Tipp 3: Ist die Ware defekt, wende Dich an den Händler, bei dem Du die Ware gekauft hast!

Stellt sich nach dem Auspacken heraus, dass der besagte Pullover ein Loch hat, dann ist es nicht mehr eine Frage des Umtauschs. Hier stehen dir die Gewährleistungsansprüche gegenüber dem/der Vertragspartner/in zu. 

Voraussetzung ist, dass die Sache bei der Übergabe, also beim Kauf, mangelhaft war. Den/der Verkäufer/in muss dafür kein Verschulden treffen. Er/sie hat aber dafür zu sorgen, dass die Ware so ist, wie vereinbart, wie gewöhnlich vorausgesetzt oder wie sie beworben wurde. Zunächst kann du idR nur Verbesserung (dh Reparatur) bzw Austausch fordern. Wird das nicht in angemessener Frist erfüllt, kannst die Vertragsaufhebung (sog Wandlung) verlangen, sodass Du gegen Rückgabe der Sache den Kaufpreis zurück erhält.

Du musst in diesem Fall keine Gutschrift akzeptieren! Bei Vertragaufhebung bekommst Du jedenfalls das Geld zurück!

Achtung: Streng von der Gewährleistung zu unterscheiden, ist die Garantie. Leider wird das häufig verwechselt. Die Garantie ist im Gesetz nicht geregelt und wie ein Vertrag, dh in einer Garantieerklärung kann alles Mögliche stehen. Was das im Einzelfall genau bedeutet, muss man den jeweiligen Garantiebedingungen entnehmen. Aber: Eine Garantie darf die gesetzliche Gewährleistung nicht einschränken oder verdrängen!

Wie auch immer ihr die Zeit bis Weihnachten verbringt (es muss ja nicht immer Geldausgeben sein), wir wünschen euch interessante Gespräche, nette Begegnungen, schöne Weihnachten und erholsame Ferien!


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