Influencer/innen als neue Meinungsmacher/innen (06.02.2019)

Kinder im Fokus von Influencer-Marketing-Strategien

© Photo by Andrew Neel on Unsplash

Die sogenannten Influencer/innen auf Social Media Plattformen- sie sind jung, schön und erfolgreich. Glaubt man einer Umfrage aus 2017 dann folgen bereits 72 % der 15- bis 29-Jährigen den Tipps ihrer Idole auf Youtube, instagram, Facebook und Twitter. (Quelle MindMinutes KW25/27 2017). Die neuesten Kosmetiktipps, die hippsten Stylingtrends - in kurzen Posts wird so ziemlich alles besprochen und beworben. Zieht die ältere Generation für eine Kaufentscheidung noch Testberichte zu Rate, sind für Kinder und Jugendliche die Social Media Posts der beliebten Influencer/innen zunehmend kaufentscheidend. Trotz ihrer Bekanntheit werden diese als normale, bodenständige Menschen wahrgenommen. Deren Nachrichten bzw. Botschaften schenkt die Zielgruppe daher mehr Vertrauen als Werbung im herkömmlichen Sinn. Unternehmen haben das erkannt und nutzen Influencer/innen um die junge Zielgruppe zu erreichen. Inzwischen wirken sie auf die Produktgestaltung, beraten Unternehmen bei der Produktoptimierung und sorgen dafür, dass die Verkaufszahlen durch ihre Social Media Auftritte in die Höhe gehen.

Österreichs Influencer

In Deutschland sind einige Influencer/innen wie Sami Slimani oder Bianca Klaßen (von BibisBeautyPalace, Anm. der Redaktion) mit einem Millionenpublikum Superstars und weit über die Grenzen bekannt. Österreichs Influencer/innen sind zwar weniger bekannt, gewinnen aber zunehmend an Bedeutung. So zählt in der Kategorie Instagram Lisa-Marie Schiffner mit knapp 900.000 Instagram Fans schon zu den größten Influencern Österreichs. In der Kategorie Twitter teilt Chaosflo mit seinen Zuschauern hauptsächlich Game-Videos, ab und zu auch Vlogs oder Videos zu privaten Themen. In der Kategorie Youtube punktet der 23-jährige Marcel Dähne aus Oberösterreich, bekannt unter dem Namen KSFreak. Seine Blogs zu den Themen Musik, Fitness und Lifestyle verfolgen 2,1 Mio. Anhänger.

Influencer/innen im Europäischen Parlament zu Gast

Während ein Großteil der Influencer sich den Themen des Lifestyles widmet, gibt es junge Menschen, die die Macht von Social Media nutzen, um politisch und gesellschaftlich aktiv zu werden, so z.B. Madeline Alizadeh. Madeline Alizadeh gründete 2010 den Blog "dariadaria". Mit 165.000 Fans auf Instagram zählt sie zu Österreichs bekanntesten Bloggern. Mittlerweile gründete sie eine eigene nachhaltige Modelinie „dariadéh" und produziert nun den Podcast "a mindful mess". In ihrem Podcast spricht sie neben anderen Themen auch über Nachhaltigkeit. Dazu war sie 2018 auch beim Europäischen Parlament zu Gast.

Rechtlicher Rahmen

Ob und wie Blogger/innen und Influencer/innen auf jene Firmen, deren Produkte sie bewerben, hinzuweisen haben, ist rechtlich unklar. Vor knapp einem Jahr entschied das Landesgerichts Berlin, dass die Influencerin Vreni Frost Verlinkungen auf Unternehmen als Werbung kennzeichnen muss, auch wenn sie dafür von den Unternehmen gar kein Geld bekommt. Dieses umstrittene Urteil wurde durch das Kammergericht Berlin teilweise wieder aufgehoben, was sowohl bei Influencern wie auch bei Unternehmen, die sich ihrer bedienen, Unsicherheit ausgelöst hat. Die Wettbewerbszentrale in Bad Homburg hat einen aktualisierten Leitfaden zur Kennzeichnung von Werbung auf Instagram veröffentlicht. Es soll sowohl werbetreibenden Unternehmen als auch Influencern/Influencerinnen und solchen, die es werden wollen, eine praktische Hilfestellung bieten und sie über die rechtlichen Anforderungen informieren.

Dazu nächste Woche mehr auf www.konsumentenfragen.at.


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